Swinging London auf psychedelisch

27. Juli 2007, 17:17
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London 1967: Die Beatles brachten ihr Meisterstück Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band heraus...

London 1967: Die Beatles brachten ihr Meisterstück Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band heraus und gaben in der ersten weltweit ausgestrahlten TV-Sendung mit All You Need Is Love dieser Zeit ihre Hymne. Mick Jagger und Keith Richards von den Stones wurden wegen Drogenbesitzes angeklagt, auf einer Londoner Bühne ließ Jimi Hendrix die Gitarre in Flammen aufgehen.

In einer ganz neuen Szene, im UFO Club und im alten _Alexandra Palace, dem Ally Pally, machten junge Bands wie Pink Floyd ihre Konzerte zu elektronischen Happenings mit psychedelischen Lichtgewittern. Floyd-Erfinder Syd Barrett tauchte allerdings bald für immer im Drogennebel ab.

Über Rockmusik und bunte Batikgewänder in der schwer nach Patchouli duftenden Carnaby Street hinaus blühten damals Straßentheater und -poesie. Nachzulesen war alles in der anarchisch freien Underground Press, mit Titeln wie Oz und International Times, wo später bekannt gewordenene Autoren wie der Pop-Biograf Barry Miles und die Feministin Germaine Greer („Der weibliche Eunuch“) schrieben. Zu Love gehörte auch Peace – der Protest gegen den Krieg in Vietnam.

Am Hyde Park Corner stritten, kurz nach dem Sechstagekrieg in Nahost, zudem junge Israelis und Palästinenser. Sie brüllten einander zwar an, verzichteten dort aber – später unvorstellbar – auf Gewalt. (Erhard Stackl, Der Standard, Printausgabe 28./29.7.2007)

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