Finanzprobleme statt Nibelungenhort

27. Juli 2007, 14:41
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Laut Mäzenatengesellschaft Millionenloch im Wirtschaftsplan für die kommenden drei Jahre

Bayreuth - Der Vorsitzende der Mäzenatengesellschaft "Freunde von Bayreuth", Georg von Waldenfels weist auf drohende finanzielle Probleme für das Festival hin: Der Wirtschaftsplan für die kommenden drei Jahre weise ein Loch von insgesamt 1,6 Millionen Euro auf. Die Mäzene wollen dieses Defizit zwar ausgleichen. Dies könne aber nicht zur Regel werden, sagte Waldenfels. Er forderte Bund und Land auf, ihre Zuschusspolitik zu überdenken. Die beiden größten Geldgeber haben ihre Zuschüsse bis 2010 eingefroren. "Wir können nicht zulassen, dass man die großen Opernhäuser fördert und sich in Bayreuth zurückhält", sagte Waldenfels.

Er bezifferte das Defizit auf jeweils 400.000 Euro in den nächsten beiden Jahren und 800.000 Euro im Jahr 2010. Der Jahresetat der Festspiele liegt bei etwa 18 Millionen Euro. Waldenfels übte zugleich ungewohnt deutliche Kritik an der Festspielleitung, die es an Transparenz fehlen lasse. "Niemand kann es sich leisten, dass wir in ein Defizit laufen, ohne die Ursachen zu kennen", sagte er. "Wir müssen ehrlich miteinander umgehen." Der Ehrenvorsitzende der Gesellschaft, Ewald Hilger, sprach von einer gefährlichen Situation und monierte, dass man schon seit einigen Jahren keinen Bericht der Festspielleitung mehr erhalten habe. "Wolfgang Wagner hat immer einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan vorgelegt", sagte Hilger. "Nun ist das erstmals nicht der Fall." (APA/dpa)

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