Mehr Schutz für die Berggipfel

29. Juli 2007, 20:23
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Alpenverein und Umweltminister fordern: "Hände weg von den Schutzzonen"

"Wir kämpfen wie ein Löwe, um unsere Anliegen durchzubringen", kündigte Robert Renzler vom Österreichischen Alpenverein (OeAV) am Freitag gemeinsam mit dem Umweltministerium in Wien an. Gefordert wurden unter anderem mehr Schutz der Alpinregionen und der Gletscher sowie ein Verbot störender Events in der Natur, um die voranschreitende Vermarktung dieses Gebiets einzudämmen.

Die Ideen für die höchsten Regionen des Landes reichen von der farbigen Beleuchtung über die Vergoldung bis hin zu Mega-Events wie Konzerten - die Umbenennung des Mullwitzkogels im Nationalpark Hohe Tauern in "Wiesbauer Spitze" (nach dem Wurstfabrikanten) ist nur ein Beispiel dafür. Doch nicht nur Vermarktungsideen sind problematisch, die Gletscher werden auch noch durch die zunehmende Erschließung mit Skigebieten bedroht. "Die Schneelage im Tal ist nicht mehr die beste, also will man in höhere Gebiete aufsteigen", berichtete Peter Haßlacher vom OeAv.

Vorschläge

Der Alpenverein schlägt daher folgende Eckpunkte zum Schutz der Alpen vor: Schutz der Alpinregion oberhalb der Waldgrenze, Schutz der Gletscher und keine weitere Freigabe für den Skilauf, das Verbieten bzw. Einschränken von störenden Events in der unberührten Natur, ein restriktives Vorgehen bei der Genehmigung neuer Klettersteige und die Bewahrung von bestehenden Schutzgebieten. All diese Punkte sollten bei der Novellierung der Naturschutz-Gesetze in den Ländern einfließen.

Umweltminister Josef Pröll kündigte an, seine Stimme bei der Gesetzgebung entsprechend zu erheben. Damit soll sichergestellt werden, dass die europäischen Vorgaben bei den Gesetzen auch implementiert werden. Außerdem habe Österreich alle Durchführungsprotokolle im Rahmen der Alpenkonvention ratifiziert und auch die finanzielle Unterstützung der Bergbauern und des Hochwasserschutzes sei für die nächsten Jahre gesichert. Wesentlich sei auch die Einhaltung der geschützten Regionen: "Hände weg von den Schutzzonen, das gilt für alle", stellte der Minister unmissverständlich klar. Es gebe genug Fläche in anderen Gebieten, die man für Projekte nützen könne. (APA)

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    Der Alpenverein fordert mehr Schutz für die bedrohten Gipfelregionen.

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