China: Jährlich 3000 Frauen als Arbeitssklavinnen verschleppt

29. Juli 2007, 12:00
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Keine wirksamen Gesetze gegen Sklavenarbeit und sexuelle Ausbeutung - Kein Gesetz gegen Menschenhandel für Männer

Peking - Mangels geeigneter Gesetze nehmen Sklavenarbeit und sexueller Missbrauch in China immer weiter zu. Die wachsende Zahl entsprechender Fälle zeige, "dass unsere herkömmlichen Mittel gegen diese abscheulichen Verbrechen grundlegend überarbeitet werden müssen", hieß es am Freitag in einem Leitartikel der staatlichen englischsprachigen Zeitung "China Daily". Der jüngste Skandal um den Einsatz hunderter SklavenarbeiterInnen in chinesischen Ziegeleien sei nur das bekannteste Beispiel eines sich verschlimmernden landesweiten Phänomens.

Jährlich 3000 Frauen und Kinder verschleppt

Derzeit gibt es laut dem Leitartikel lediglich Gesetze zur Verfolgung von Menschenhandel, jedoch keine gesetzliche Handhabung gegen Sklavenarbeit und sexuelle Ausbeutung. "Das ist eine schreckliche Lücke, die sofortige Ausbesserung erfordert", hieß es weiter. Ein Mitarbeiter des Ministeriums für öffentliche Sicherheit sagte der Zeitung, der Polizei würden jährlich rund 3000 Verschleppungen von Frauen oder Kindern gemeldet. Die tatsächliche Opferzahl sei aber sicherlich weitaus höher.

Ahndung von Männerhandel fehlt komplett

Der Menschenhandel mit Männern und männlichen Jugendlichen werde bisher gar nicht strafrechtlich geahndet, sagte der Ministeriumsmitarbeiter weiter. Im Juni waren nach Polizeiangaben 576 Menschen in Shanxi und in der Nachbarprovinz Henan befreit worden, unter ihnen 41 Kinder und dutzende geistig Behinderte. Sie hatten in Ziegeleien und illegalen Bergwerken arbeiten müssen und waren in schlechter körperlicher Verfassung. (APA/AFP)

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    Auch viele Kinder fallen den mangelnden Arbeitsschutzgesetzen Chinas zum Opfer. (Symbolbild)
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