Genmarker deuten auf aggressive Hirntumore bei Kindern

30. Juli 2007, 10:30
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Anhaltspunkte für den Zustand von Patienten und den Behandlungsverlauf

Heidelberg - Bei zwei Tumorarten haben Heidelberger Forscher genetische Marker entdeckt, die auf einen besonders ungünstigen Verlauf der Erkrankung hindeuten, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum mitteilte.

Untersucht wurden Kinder mit einem Medulloblastom, einem besonders aggressiven Hirntumor, der vom Kleinhirn ausgeht. Nur 50 bis 60 Prozent der Kinder überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Der Forscher Frank Mendrzyk fand bei der Untersuchung von insgesamt 200 Patienten mit Medulloblastom heraus, dass die Erkrankung besonders ungünstig verläuft, wenn besonders viel vom Produkt des Gens CDK6 produziert wird. Das CDK6-Protein lässt sich mit etablierten Diagnoseverfahren nachweisen und kann künftig als Anhaltspunkt dienen, wie es um Patienten steht oder wie gut eine Behandlung anschlägt.

Bei Patienten mit der Tumorart Ependymom war es das Gen des EGF-Rezeptors, das einen eher ungünstigen Verlauf signalisierte. Neue Therapien gegen diese zwei Tumorarten sind das Forschungsziel. Für die Identifizierung der Genmarker wurde Mendrzyk im Juni mit dem Waltraud-Lewenz-Preis 2006 ausgezeichnet. (APA/AP/red)

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