Spanien: Lesbischer Mutter Sorgerecht entzogen

28. Juli 2007, 12:00
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"Kinder haben Recht auf Vater und Mutter" - Nun ermittelt die spanische Aufsichtsbehörde wegen Homophobievorwürfen

Madrid - Gegen einen Richter, der einer lesbischen Frau das Sorgerecht für ihre zwei Kinder auf Grund ihrer Homosexualität entzogen hat, ermittelt derzeit die spanische Justizaufsicht. Das teilte die Behörde vergangene Woche in Madrid mit. Der Richter Fernando Ferrin Calamita hatte laut einem Bericht der Zeitung "El Pais" in seiner Entscheidung im Juni erklärt, "Kinder haben ein Recht auf einen Vater und eine Mutter, aber nicht auf zwei Mütter oder zwei Väter". Die homosexuelle Atmosphäre würde den beiden Töchtern schaden, mutmaßte er und erteilte das Sorgerecht dem Vater, der von der Mutter geschieden ist.

Protest gegen Urteil

Am Montag hatten 15 Frauengruppen und Organisationen von Schwulen und Lesben bei der Obersten Justizaufsicht Beschwerde gegen das Urteil eingelegt. Der Richter könne denken, was er wolle, "aber er kann nicht gegen geltendes Recht verstoßen", erklärten die Vereinigungen. 2005 hat die Regierung von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero ein Gesetz beschlossen, wonach es gleichgeschlechtlichen Paaren möglich ist, Kinder zu adoptieren. (APA/AP)

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