Die Sonne bei "St. Hanappi"

27. Juli 2007, 09:32
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Unmittelbar neben dem Hanappi-Stadion von Rapid wurde das erste "grüne" Kraftwerk auf einem Wiener Gemeindebau errichtet

Eine Solaranlage, die für rund 120 Wohnungen zwei Drittel des Heizungs- und Warmwasserbedarfs liefert.

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Wien - Bei "St. Hanappi" geht die Sonne auf. Wobei das Rapid-Stadion zwar im Westen Wiens steht und schon seit Jahr und Tag von der Sonne beschienen wird - aber gleich daneben, im Hugo-Breitner-Hof, wird sie jetzt auch ordentlich genutzt. Am Donnerstag wurde die erste Solaranlage präsentiert, die auf dem Dach eines Gemeindebaus Wärme für Wasser und Heizung erzeugt.

Die Anlage wurde im Zuge der Generalsanierung des Penzinger Breitner-Hofes errichtet - und versorgt rund 120 der 200 Wohnungen, die beim Ausbau der Dachgeschoße zusätzlich errichtet wurden. Die Kosten: rund 350.000 Euro, von denen die Stadt Wien 57.000 Euro an Förderung zugeschossen hat.

Jetzt liefern die 280 Quadratmeter Kollektoren auf vier großen Baukörpern pro Jahr 112.000 Kilowattstunden Energie - das sind rund zwei Drittel des benötigten Warmwasser- und Heizungsbedarfes in den angeschlossenen Wohnungen. Die restliche Energie liefert eine Gasbrennwert-Anlage im Keller. Die geplante Einsparung: rund 10,4 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr.

Denkmalschutz

Wobei die Solarkollektoren nur auf jenen Dächern errichtet wurden, die optimal nach Süden ausgerichtet sind. Der Vorteil: Die Dachschräge beträgt bereits optimale 45 Grad. Der Nachteil: Der Breitner-Hof ist streng denkmalgeschützt. Und daher konnte die Solaranlage auch nicht nach Belieben aufgezogen werden, sondern durfte nur einen Meter hoch sein, um das Erscheinungsbild in der Ferne nicht zu beeinträchtigen.

Das Sonnenwärmeprojekt ist eine Kooperation von Wienenergie und Wiener Wohnen und wurde gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie (AEE) aus Gleisdorf geplant. Die Anlage wurde dabei so konzipiert, dass laufend Messungen durchgeführt werden können, um Erfahrungen für zukünftige Projekte zu gewinnen, so Wien Energie-Geschäftsführer Helmut Miksits.

Für Wohnbaustadtrat Michael Ludwig ist die Errichtung dieser Solaranlage jedenfalls "ein historischer Schritt" - obwohl es noch eine Zeit lang dauern wird, bis der nächste gesetzt wird. Denn einerseits sollen laut Ludwig noch weitere folgen - aber zunächst wolle man einmal die Erfahrungen aus der Pilotanlage abwarten. Laut Wien Energie sollen in ein bis zwei Jahren die Ergebnisse der Evaluierung dieser Pilotanlage vorliegen. (frei, DER STANDARD - Printausgabe, 27. Juli 2007)

  • Die neue Solaranlage auf den Dächern des Hugo-Breitner-Hofes in Penzing: Insgesamt wurden 280 Quadratmeter Kollektoren auf vier Gebäuden installiert.
    foto: standard/david

    Die neue Solaranlage auf den Dächern des Hugo-Breitner-Hofes in Penzing: Insgesamt wurden 280 Quadratmeter Kollektoren auf vier Gebäuden installiert.

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