Israel genehmigt Waffenlieferung für Abbas

30. Juli 2007, 14:19
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Jordanien liefert tausend Sturmgewehre ins Westjordanland

Jerusalem/Moskau - Israel hat eine Waffenlieferung aus Jordanien an die palästinensische Autonomiebehörde gestattet. Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Matan Vilnai bestätigte einen entsprechenden Zeitungsbericht am Donnerstag im israelischen Fernsehen. Es bestehe keine Garantie dafür, dass die Waffen nicht letztlich in die Hände der radikalislamischen Hamas gerieten, räumte Vilnai ein. Jerusalem wolle aber verhindern, dass die Organisation die Macht im Westjordanland übernehme.

Israel hoffe darauf, dass die Sicherheitskräfte, die dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas folgten, der Hamas trotzen könnten, fügte Vilnai hinzu. Die Hamas hatte Mitte Juni nach ihrem Sieg über die Abbas-treue Fatah die Macht im Gazastreifen übernommen. Die israelische Tageszeitung "Haaretz" hatte am Donnerstag berichtet, Jerusalem habe eine Lieferung von tausend Sturmgewehren aus Jordanien an die Autonomiebehörde gestattet. Bei der Lieferung, die Anfang Juli erfolgt sei, handelte es sich demnach um die größte Waffenmenge für die palästinensischen Sicherheitskräfte, deren Lieferung ins Westjordanland Israel jemals erlaubt habe.

Einheit

Der im Exil lebende Hamas-Politbürochef Khaled Mashaal sprach sich nach Angaben des russischen Außenamtes in einem Telefonat mit Ressortchef Sergej Lawrow für "die Einheit des palästinensischen Volkes" unter der Leitung Abbas' aus. Es gebe keinerlei Hindernisse für eine Zusammenarbeit der Hamas mit der Fatah zur Gründung eines palästinensischen Staates, sagte Mashaal demnach weiter. Am Sonntagabend wird Abbas zu einem dreitägigen Besuch in Russland erwartet, bei dem es um den israelisch-palästinensischen Konflikt gehen soll. Russland ist Mitglied im Nahost-Quartett. Anders als die anderen Mitglieder - USA, NATO und EU - betrachtet Moskau die Hamas nicht als Terrororganisation.

Bei einem erneuten Luftangriff der israelischen Armee wurde am Donnerstagabend ein Hamas-Kämpfer im Süden des Gazastreifens getötet, wie aus Medizinerkreisen verlautete. Ein Palästinenser sei verletzt worden. Zuvor kamen bereits ein Anführer und zwei weitere Mitglieder der Gruppe Islamischer Jihad ums Leben, als israelische Kampfflugzeuge Raketen auf ihr Auto in Gaza abfeuerten. (APA)

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