"Blaue Nadel" gibt Rätsel auf

26. Juli 2007, 19:47
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Die Staubscheibe um einen Stern hat eine ungewöhnliche Form - eine neue Herausforderung für Theoretiker

Mauna Kea - Ein Astronomieteam hat mit Hilfe des Keck Teleskops auf Hawaii und des Hubble-Weltraumteleskops die Staubscheiben um Sterne untersucht und dabei eine Scheibe entdeckt, die extrem einseitig liegt. Asymmetrische Ansammlungen von Staub und größeren Objekten um einen Stern sind an sich nicht ungewöhnlich, die Staubscheibe um den Stern HD 15115 hat jedoch die Form einer Nadel.

Astronomen gehen davon aus, dass Scheibenformen um Sterne von Exoplaneten oder nahen Sternen in sehr elliptischen Umlaufbahnen beeinflusst werden können. Nun untersuchen sie, ob die Schwerkraft des Sterns HIP 12545, welcher sich rund zehn Lichtjahre von HD 15115 entfernt befindet, die Ursache für die nadelförmige Staubscheibe ist. Diese erscheint sowohl auf den optischen Hubble-Aufnahmen als auf den (nahezu) Infrarot-Aufnahmen des Keck Teleskops blau, was ebenso sehr selten ist.

Der leitende Studienautor Paul Kalas geht davon aus, dass die zwei Sterne zu der Sternengruppe "Beta Pictoris Moving Group" mit nahezu 30 Sternen gehören. Die "blaue Nadel" ist aber nicht nur weit asymmetrischer, als die Scheiben um drei andere Sterne der Gruppe, sie hat zudem bedeutsam weniger Staub als zwei der Sterne mit ähnlicher Masse. Das fehlende Material könnte mit dem Prozess, der die Nadelform hervor gebracht hat, in Zusammenhang stehen. Die nadelförmige Erscheinungsform könnte aber auch ein temporäres Phänomen sein. Sicher ist sich Kalas jedenfalls, dass die blaue Nadel "eine Menge neuer Herausforderungen für Theoretiker" bietet. Die Studie wird im Fachjournal "Astrophysical Journal Letters" erscheinen. (red)

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    Die Staubscheibe um den Stern HD 15115 ist nadelförmig - und gibt Rätsel auf.

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