Papst: Evolution und Schöpfung sind kein Gegensatz

26. Juli 2007, 15:32
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Benedikt XVI. richtet sich gegen die "Absurdität" der Gegenüberstellung - Evolutionslehre beantworte aber nicht alle Fragen

Auronzo di Cadoredie - Gegen einen künstlichen Gegensatz zwischen Evolutionslehre und Schöpfungsglaube hat sich Papst Benedikt XVI. bei einer Begegnung mit 500 italienischen Priestern ausgesprochen, berichtet Kathpress. Die Gegenüberstellung von "Kreationismus" und "Evolutionismus" - als dürfe jemand, der an Gott glaubt, nicht an die Evolution denken und wer es mit der Evolution halte, müsse Gott ausschalten - sei eine "Absurdität", sagte er.

Es gebe viele wissenschaftliche Beweise für die Evolution, die man als Realität sehen müsse und die die Kenntnis des Lebens bereichere, betonte der Papst weiter. Aber die Evolutionslehre beantworte nicht alle Fragen und vor allem nicht die große philosophische Frage: Woher kommt das alles? Und warum gibt es einen Weg, der schließlich zum Menschen führt? Er halte es für sehr wichtig, dass sich die Vernunft "öffnet", sagte Benedikt XVI. Die wissenschaftlichen Ergebnisse seien wichtig, aber sie reichten nicht aus, um die ganze Wirklichkeit zu erklären.

Es gehe darum, zu erkennen, dass die Vernunft allem vorangeht und dass auch der Mensch ein Spiegelbild dieser "schöpferischen Vernunft" ist. Der Mensch müsse sehen, dass sein Dasein vernünftig ist, dass es gewollt ist und Sinn hat und dass die große Aufgabe jedes einzelnen darin besteht, diesen Sinn zu entdecken und zu leben und damit der "vom Schöpfer gewollten großen kosmischen Harmonie ein neues Element hinzuzufügen". (APA)

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