Pipeline zur Wasserversorgung der Oststeiermark

30. Juli 2007, 09:00
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Forscher untersuchten Auswirkungen des Klimawandels und sinnvolle Maßnahmen zur Versorgung der wasserarmen Region

Graz - Wie sich der Klimawandel auf das Wasser in der Oststeiermark, einem wasserarmen Gebiet, auswirkt und welche politischen Handlungsweisen sinnvoll wären, hat ein in Graz präsentiertes Buch untersucht. Die Arbeit bestätigte den gerade in Realisierung gehenden Bau einer Transportleitung als beste Maßnahme.

Teile der Oststeiermark, Niederösterreichs und Burgenlands sind laut Wissenschaftern des Joanneum Research (JR) von kristallinen Gesteinen geprägt, die im Rahmen des Verwitterungsvorgangs in eine sehr feine Struktur zerfallen und somit keine guten Grundwasserleiter darstellen. Im Buch "Wasser & Wirtschaft im Klimawandel" wurden nun die oststeirischen Bezirke Weiz, Hartberg, Fürstenfeld, Feldbach und Bad Radkersburg analysiert. Die Region könne mit insgesamt rund 300.000 Einwohnern, "boomenden" Thermentourismus und hoher wirtschaftlicher Dynamik als Paradefall für die ökonomische Bedeutung des Klimawandels gesehen werden.

Wasserversorgung

In vergangenen Trockenphasen konnten in Spitzenzeiten viele Hausbrunnen in der Region den privaten Wasserbedarf nicht mehr decken, was zu einem starken Ausbau der öffentlichen Wasserversorgung vor allem in zentralen und nordöstlichen Teil des oststeirischen Riedellandes führte und nur durch zusätzlich externe Versorgungen und die Erschließung zusätzlicher Brunnen im Unteren Murtal abgedeckt werden konnte. Hier gebe es nun aber keine großen Reserven mehr, so Andreas Dalla-Via, einer der beiden Autoren.

Die sinnvollste Investition

Laut der Studie seien weiträumige Wassertransportleitungen die sinnvollste Investition. Man habe auch Wassersparmaßnahmen und eine geänderte Preispolitik untersucht: "Für eine gute künftige Entwicklung braucht die Region aber Wasser von außerhalb. Die Pipeline kostet wesentlich weniger, als wenn es auch nur in einer Woche zu Produktionsausfällen kommt", so Autor Franz Prettenthaler.

Bis 2009/10 sollen 60 Mio. Euro in die 60 Kilometer lange "Transportleitung Oststeiermark" samt Zuleistungen und Lückenschlüssen investiert werden, um Hochschwab-Wasser über Graz in die Oststeiermark zu pumpen. (APA)

"Wasser & Wirtschaft im Klimawandel".
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2007.
200 Seiten / 29 Euro.
ISBN 978-3-7001-3892-1.
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