PlayStation 3: das Sorgenkind von Sony

24. September 2007, 11:30
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Sony verdreifacht Gewinn - Allerdings setzt der Erfolg von Nintendos Wii dem Unternehmen massiv zu

Der japanische Elektronikkonzern Sony hat trotz anhaltender Verluste mit seiner Spielekonsole PlayStation 3 den Gewinn mehr als verdreifacht. Zu dem kräftigen Ergebniswachstum trug vor allem die große Beliebtheit der Cyber-shot-Digitalkameras bei. Auch der dreijährige Sanierungsplan von Konzernchef Howard Stringer mit Tausenden Stellenstreichungen und Werksschließungen zeigt Wirkung. Branchenexperten warnen aber vor anhaltenden Risiken wie dem Preiskampf am Flachbildschirm-TV-Markt und den weiter bestehenden Absatzproblemen bei der PlayStation 3.

601 Millionen Euro

Sony gab am Donnerstag ein Betriebsergebnis von umgerechnet 601 Millionen Euro bekannt, was deutlich über den Markterwartungen lag. Dies ist zudem mehr als drei Mal soviel wie ein Jahr zuvor. Im Vorquartal hatte der Konzern wegen der Verluste in der Spielesparte noch tiefrote Zahlen geschrieben. Positiv wirkte sich nun auch der schwächere Yen aus, der die im Ausland erzielten Dollar-Einnahmen erhöhte. Zudem profitierte die Sony-Finanzsparte von den Kursgewinnen an den Aktienmärkten. Der Umsatz kletterte um mehr als 13 Prozent auf zwölf Milliarden Euro.

Wii schmerzt

Sorgenkind bleibt aber die Spielesparte. Sony-Finanzchef Nobuyuki Oneda räumte ein, dass die Verkäufe der PS3 im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal mit 710.000 hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Die Konsole Wii des heimischen Konkurrenten Nintendo ging in dem Zeitraum fast fünf Mal mehr über die Ladentheke.

Sony hat auf die Absatzprobleme unlängst mit einer Preissenkung am wichtigen US-Markt reagiert. Das Standardmodell der PS3 kostet dort nun 500 Dollar statt bislang 600 Dollar, ist damit aber weiter doppelt so teuer wie die Wii. Sony plant zudem die Einführung einer neuen PS3 mit einer größeren Festplatte von 80 Gigabyte. "Dank dieser Maßnahmen dürften die PS3-Verkäufe an Fahrt gewinnen", sagte Oneda. Doch auch der dritte Rivale am 30-Milliarden-Dollar-Markt für Spielekonsolen, Microsoft, zog nun nach und kündigte für die USA eine Preissenkung für seine XBox um 20 Dollar auf 179 Dollar an.

Abgehängt

Nintendo hat seine Konkurrenten bislang beim Absatz klar abgehängt. Das Unternehmen setzt neben einer innovativen Steuerung auch auf populäre Spiele für die ganze Familie. Für das Geschäftsjahr bis Ende März 2008 schraubte Nintendo in dieser Woche seine Wii-Verkaufsprognosen um 18 Prozent auf 16,5 Millionen nach oben. Sony rechnet dagegen mit einer Verdopplung auf elf Millionen.

Optimismus

Der größere Optimismus von Nintendo zeigte sich auch daran, dass der Konzern am Mittwoch die Gewinnprognose für das Gesamtjahr um 37 Prozent anhob. Sony dagegen bekräftige die Erwartungen eines operativen Ergebnisses von 2,7 Milliarden Euro. Diese Prognose entspricht allerdings einer Versechsfachung des Vorjahresergebnisses, da damals Milliardenkosten für die Einführung der PS3 und den Rückruf von Laptop-Batterien die Zahlen belasteten. Sony befindet sich im letzten Jahr eines dreijährigen Sanierungsplans, mit dem Konzernchef Stringer auf den schrumpfenden Anteil auf vielen Märkten reagierte.(Reuters)

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