Peschici: Elf gelegte Brände in einer Stunde

26. Juli 2007, 18:59
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Politiker: "So etwas hat es in Italien noch nie zuvor gegeben. Sehr wahrscheinlich haben wir kriminellen Interessen geschadet"

"Jemand will uns zwingen, unsere Campingplätze und Hotels zu verkaufen, damit die Mafia sie übernehmen kann", erklärte der Präsident der Region Apulien, Niki Vendola. Er warnte vor dem Würgegriff des organisierten Verbrechens. "Hier geht es nicht um Geistesgestörte, die Brände legen, oder um Touristen, die versehentlich einen Zigarettenstummel wegwerfen und Feuer auslösen. Hier geht es um einen gut durchdachten, kriminellen Plan", klagte Vendola an. Elf Brände in einer Stunde

In der apulischen Adria-Badeortschaft Peschici wurden in einer Stunde elf Brände gelegt und fünf Naturschutzgebiete wurden den vergangenen Wochen in Brand gesetzt.

Kriminellen geschadet

"So etwas hat es in Italien noch nie zuvor gegeben. Vor zwei Jahren haben wir elf der 16 Naturschutzgebiete der Gegend eingerichtet. Sehr wahrscheinlich haben wir kriminellen Interessen geschadet", meinte Vendola. Die nationale Anti-Mafia-Behörde DIA ermittelt.

Nationalpark Pollino im Visier der Brandstifter

Die Brandserie trifft auch Kalabrien. Allein am Mittwoch wurden 524 Brandherde gemeldet. Im Visier der Brandstifter steht offensichtlich der Nationalpark Pollino. 2.000 Hektar Pinienwälder brannten ab. Canadair-Flugzeuge sind im Einsatz, um die Brände zu löschen. "Der Nationalpark ist verwüstet und in eine Mondlandschaft verwandelt worden. Wir erleben hier eine Umweltkatastrophe. Die Flammen haben den schönsten Teil des Parks zerstört", klagte der Leiter des Parkt, Mimmo Pappaterra.

Abruzzen wollen Notstand ausrufen

Die mittelitalienische Region Abruzzen will den Notstand ausrufen. Die Regierung müsse alle denkbaren Maßnahmen ergreifen, um die Brandserie zu stoppen. "Die Schäden betreffen nicht nur die Wäder. Auch viele Bürger der Region haben schwere Sachschäden hinnehmen müssen", sagte der Präsident der Region Ottaviano Del Turco. (APA)

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