Washington will Atomarsenal erneuern

27. Juli 2007, 13:16
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Regierung legt Bericht zur Nuklearstrategie 2007 vor

Washington - Die US-Regierung hat den US-Kongress eindringlich dazu aufgerufen, Gelder für die Modernisierung alternder Atomsprengköpfe zu bewilligen. Eine Verwirklichung des Programms sei von "entscheidender Bedeutung" für die Aufrechterhaltung der US- Fähigkeit zur atomaren Abschreckung, heißt es in dem Bericht zur Nuklearstrategie 2007, den die Regierung am Mittwoch dem Kongress zuleitete. Darin wird grundsätzlich betont, dass Atomwaffen in absehbarer Zukunft weiter für die Sicherheit der USA und ihrer Verbündeten nötig seien.

Die US-Regierung sorgt sich seit langem um die Zuverlässigkeit ihres Atomarsenals, das zur Zeit etwa 6.000 Sprengköpfe umfasst und nach einer Abrüstungsvereinbarung zwischen Washington und Moskau bis 2012 auf 2200 bis 1.700 schrumpfen soll. Auf Grund eines beiderseitigen Testmoratoriums haben die USA seit mehr als 20 Jahren keine neuen Sprengköpfe mehr produziert und stattdessen daran gearbeitet, ihr bestehendes Arsenal durch Wartung und Modernisierungen einsatzbereit zu halten.

Neue Generation

Das Abgeordnetenhaus hatte im Juni Gelder für die Entwicklung einer neuen Generation von Atomsprengköpfen blockiert. Die Parlamentarier forderten, dass die Regierung zunächst einen neuen Bericht zur Atomstrategie vorlegen solle. Nach den Pentagon-Planungen sollen ab 2012 zunächst U-Boote mit neuen Atomsprengköpfen ausgestattet werden.

Im März hatte sich das Ministerium bereits für ein konkretes Modell entschieden und zugleich den Atommächten China und Russland versichert, dass die Sprengköpfe keine Bedrohung für sie darstellten. Die Sprengkraft werde durch die Modernisierung nicht vergrößert. Kritiker äußerten trotzdem die Befürchtung, dass die US-Pläne zu einem neuen Rüstungswettlauf führen könnten.

In dem Atomstrategie-Bericht wird erneut unterstrichen, dass die Modernisierung keine Aufrüstung bedeute. Es handle sich lediglich um einen Ersatz, der das Arsenal sicherer und zuverlässiger mache und dadurch helfen werde, die Zahl der Waffen zu reduzieren. Die Umsetzung des Programms werde es den USA erlauben, "die Risiken und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen" und zugleich die "Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr zu Atomtests zwecks Sicherstellung der Zuverlässigkeit verringern". (APA/dpa)

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