Buhrufe für die Meistersinger

26. Juli 2007, 00:02
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Regiedebut Katharina Wagners vom Publikum großteils negativ aufgenommen

Bayreuth – Deutlich mehr Buhrufe als Applaus: So reagierte das Premierenpublikum auf die Meistersinger-Neuinszenierung bei den Bayreuther Festspielen. Mit der Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" wurden die 96. Richard-Wagner-Festspiele am Mittwoch eröffnet. Für die 29-jährige Tochter von Festspielchef Wolfgang Wagner, Katharina Wagner, war es das Regiedebüt auf dem „Grünen Hügel“.

In der Inszenierung wollte Wagner erstmals in Bayreuth auch zur problematischen Rezeptionsgeschichte der Oper im Nationalsozialismus Stellung nehmen. „Das ist für diesen Ort neu, das ist hier noch nicht geschehen“, sagte sie. Die Meistersinger galten als Hitlers Lieblingsoper und wurden während der NS-Reichsparteitage aufgeführt. In der neuen Inszenierung entwickelt sich Meistersinger Hans Sachs zu einer dunklen Führerfigur, die am Schluss diktatorische Züge bekommt. Dieses Ende eines bis dahin sehr witzigen Kunstdiskurses in Opernform wurde vom Publikum in Bayreuth mehrheitlich ausgebuht. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 26.7.2007)

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    Katharina Wagner bei ihrem Debut

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