Im Westen viel Neues: die Salzburg World Fine Art Fair

25. Juli 2007, 18:54
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Im Osten genießen Messeveranstalter die Sommerpause, im Westen locken Etabliertes und ein im Vorfeld opulent lanciertes Debüt: Die SWFAF will Abwechslung fürs Festspielpublikum bieten

Als Anfang dieses Jahres die ersten Pläne des Transportunternehmers und Veranstalters der Moscow World Fine Art Fair, Yves Bouvier, durchsickerten, nun, da klang alles noch etwas provisorisch. Für die während der Salzburger Sommerfestspiele 2007 geplante Kunstmesse gab es zwar ein Konzept, bloß Teilnehmer konnte man ebenso wenig nennen wie anfallende Standmieten und Folgekosten für Interessierte.

Den Messemanager gibt Bruce Lamarche, der als Location einmal mehr die ehemalige Residenz der Erzbischöfe wählte, während der Osterfestspiele auch Austragungsort der seit 32 Jahren stattfindenden Residenz Messe für Kunst und Antiquitäten. Letztere wird seit Mitte der 90er-Jahre von einem österreichischen Messeveranstalter, der MAC Hoffmann, ausgerichtet.

Am Bodensee kann man sich derweilen vom Attribut "einzige Sommermesse" verabschieden - hier läuft derzeit (bis inklusive 29. Juli) die siebente Art Bodensee vom Stapel.

Währenddessen befindet man sich an der Salzach im Endspurt, die sprachlichen Hürden mit weder in Deutsch noch in Englisch versierten Aufbaufirmen haben die Aussteller ebenso genommen, wie sie sich für die vermuteten schwülen Temperaturen in den alten Gemäuern wappnen. Nein, keine mobilen Kleingeräte sollen die fehlende Klimaanlage ersetzen, mit dem alten Gemäuer und geöffneten Fenstern will man das Auslangen finden.

Wer allerdings jemals die Vernissage der Ostermesse besucht hat, der hegt diesbezüglich nicht unberechtigt massive Zweifel. Willkommener wird der charakteristische Salzburger Schnürlregen wohl nie gewesen sein. Vom 28. Juli bis zum 4. August versammeln sich jedenfalls rund 30 Aussteller, davon zehn aus Paris und acht aus Deutschland. Die österreichische Delegation umfasst sieben Teilnehmer: Neben Kovacek Spiegelgasse, Wienerroither & Kohlbacher, Judith Walker, der Galerie Kratochwill, Rudolf Budja und Köchert Juweliere. Gewissermaßen in letzter Minute gesellte sich auch Platzhirsch Salis & Vertes hinzu.

Das Messeangebot umfasst einen hohen Anteil an Möbeln und angewandter Kunst, dazu eine Prise Porzellan vom Münchener Spezialisten Röbbig sowie eine elitäre Auswahl Bildnerisches. Die Bandbreite reicht von Klassischer Fotografie, etwa Vintage von Heinrich Kühn bei Thomas Schneider (München), über eine Selektion Alter Meister bei Bernheimer (München / London) - erwähnenswert hier ein Gemäldepaar von David Teniers mit trinkenden, rauchenden und Karten spielenden Affen, zu haben für 960.000 Euro - bis zu erlesener Klassischer Moderne, die vor allem die Österreicher im Angebot halten.

Wienerroither & Kohlbacher bringen eine bewährte Mischung, neben fünf Werken von Egon Schiele und Klimt-Zeichnungen auch internationale Vertreter der Moderne, darunter eine Tuschfederzeichnungen von Lyonel Feininger und Ernst Ludwig Kirchner ("Badende an den Moritzburger Seen", 95.000 Euro). Kovacek Spiegelgasse hat für das Festspielpublikum eine Auswahl an Gemälden des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Gläser aus fünf Jahrhunderten vorbereitet: Für die bei Hitze ersehnte Erfrischung seien hier ein klassischer Winter-Walde (Einsamer Berghof, Originalrahmen, 380.000 Euro) oder Max Liebermanns Badende Knaben empfohlen. (Olga Kronsteiner / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.7.2007)

  • Max Liebermanns "Badende Knaben" bei Kovacek Spiegelgasse für 280.000 Euro.
    foto: kovacek spiegelgasse

    Max Liebermanns "Badende Knaben" bei Kovacek Spiegelgasse für 280.000 Euro.

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