Das Salzburger Festspielprogramm

25. Juli 2007, 17:58
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Motto "Nachtseite der Vernunft"

Nach dem letztjährigen, von Leichtigkeit getragenen Mozartjahr schlagen sich die Salzburger Festspiele heuer – gemäß dem Motto – auf die "Nachtseite der Vernunft". Mit einem konzentrierten Blick auf das "Jedermann"-Thema eröffnet das Schauspiel am Freitag: Auf Thomas Bernhards "Ein Fest für Boris" folgen am Samstag eine Bernhard-Lesung mit Walter Schmidinger sowie die Wiederaufnahme des "Jedermann" am Domplatz.

Eine geballte Ladung erreicht das Publikum auch mit einer integralen Neufassung von vier Molière-Komödien: "Molière. Eine Passion", ab 30. 7. auf der Perner-Insel Hallein (R.: Luk Perceval). Die Fäden in Heiner Müllers "Quartett" zieht ab 11. 8. Barbara Sukowa. Ulkige Nachtseiten berührt danach Shakespeares "Sommernachtstraum" (ab 18. 8.). Im auch unter Flimm weitergeführten Young Director's Project rangieren die Kollektive Peeping Tom, Motus, Auftrag: Lorey und Hotel Modern (alle im republic).

Im Musiktheater schlägt mit Haydns "Armida" am 28. 7. eine Zauberin die "Nachtseite der Vernunft" an. Tags darauf gefolgt von "Eugen Onegin" in der Regie von Andrea Breth, musikalisch geleitet von Daniel Barenboim. Auf die deutsche Nationaloper "Der Freischütz" (ab 3. 8.) folgt die dem gleichnamigen Renaissance-Wüstling gewidmete Berlioz-Oper "Benvenuto Cellini" (ab 10. 8.). Aus dem Vorjahr übernommen wird "Le nozze di Figaro", wie auch eine Produktion des Marionettentheaters.

In Salzburg doppelt vertreten ist Jan Fabre, der in der Felsenreitschule eine "theatralische Totenmesse" (ab 26. 8.) abhält, dem Museum der Moderne aber auch eine Ausstellung ausrichtet: "Jan Fabre. Die verliehene Zeit" (Eröffnung am 26.7.). Dichter zu Gast ist Jeffrey Eugenides. (afze / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.7.2007)

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