"HPV-Imfpung kann keine Früherkennung ersetzen"

25. Juli 2007, 13:10
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Im Burgenland hofft man auf ein baldiges Gesamtkonzept zur Vorgehensweise bei Gebärmutterhalskrebs

Eisenstadt - Die Forderung nach einer Aufnahme der Impfung gegen die Humanpathogene Papilloma-Virenstämme (HPV) in das kostenlose Kinderimpfprogramm ist im Burgenland keine neue. Bereits im Frühjahr wurde ein entsprechender Entschließungsantrag im Landtag angenommen, der als Alternative dazu ein Burgenland-weites Impfprogramm vorgeschlagen hat. Dass Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky nun die Evaluierung der Vakzine in Auftrag gegeben hat, lässt laut Gesundheitslandesrat Peter Rezar Hoffnung auf ein Gesamtkonzept inklusive Präventionsprogramm bis Ende des Jahres keimen, meinte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Bis dahin sei ein "Innehalten" die Devise, über das alle Gemeinden sowie die im Landtag vertretenen Parteien informiert wurden.

Sowohl Rezar als auch Claudia Krischka, Leiterin des Hauptreferats Gesundheit im Amt der burgenländischen Landesregierung, betonten die Bedeutung der Früherkennung bei Gebärmutterhalskrebs. "Gebärmutterhalskrebs ist heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird", so Krischka. Sie bedauerte allerdings, dass die kostenlose Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen/bei der Gynäkologin nur von dreißig Prozent der Frauen in Anspruch genommen werden.

Empfehlung gilt nach wie vor

In Österreich wurde seit Einführung des neuen Impfstoffes rund 63.700 Mal geimpft, so Krischka. In den USA seien fünf Millionen Dosen geimpft worden und 1.600 "Impfzwischenfälle" dokumentiert worden, es handle sich dabei um Rötungen oder Schwellungen. Der Oberste Sanitätsrat ging von seiner Empfehlung für die HPV-Impfung nicht ab. Gleich wie das Gesamtkonzept des Ministeriums aussehen werde, "die HPV-Imfpung kann keine Früherkennung ersetzen. Sie ist nur eine wichtige Ergänzung", erklärte die Hauptreferatsleiterin.

Österreichweit erkrankten im Jahr 2003 etwa 470 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die Letalität liegt laut Krischka bei rund 35 Prozent. Im Burgenland seien jährlich etwa zehn bis zwölf Frauen betroffen. (APA)

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