Graz: "Aufklärungsinitiative" der "Jugend für das Leben" läuft

25. Juli 2007, 12:15
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Sozialistische Jugend fordert ein Ende der "Propaganda" der AbtreibungsgegenerInnen, die meinen, "Abtreibung geht uns alle an!"

Graz - Noch bis Samstag läuft in der steirischen Landeshauptstadt die diesjährige Sommeraktion der Anti-Abtreibungsorganisation "Jugend für das Leben". Unter dem Motto "Aktion Gute Hoffnung. Österreich in anderen Umständen" wird für eine mehrjährige, österreichweite Initiative für "Aufklärung", wie es "Jugend für das Leben" in einer Aussendung bezeichnet, mobil gemacht. Mit mehreren tausend Infopaketen, die von freiwilligen HelferInnen an Grazer Haushalte verteilt werden, will man für "die Schönheit und Würde des ungeborenen Lebens sensibilisieren" und "Frauen 'Gute Hoffnung'" vermitteln, heißt es von Seiten der Organisation. Außerdem findet ein Infoabend mit dem Titel "Tränen nach der Abtreibung" statt.

Plastikföten inklusive

Den Auftakt der Initiative am Montag hat die Sozialistische Jugend schon mit Gegenaktionen begleitet, deren Frauensprecherin Stefanie Vasold hinter der Fassade des Aufklärungsbemühens der AbtreibungsgegnerInnen ein "klerikal-konservatives Frauen-verachtendes Weltbild" ortet. "Hände weg von der Fristenregelung", fordert sie, auch angesichts des Inhalts der Informationspakete der "Jugend für das Leben" alarmiert. Es finden sich hier neben einem "Infofolder" und einem Brief über die Anliegen der Organisation auch ein originalgetreues Modell eines ungeborenen Kindes im Alter von zehn Wochen. Laut "Jugend für das Leben"-Pressesprecherin Margret Parzmair soll der Inhalt "vor allem die faszinierende Entwicklung des ungeborenen Kindes" aufzeigen und zum "Nachdenken über das Lebensrecht jedes Menschen anregen". Weiters solle besonders Frauen durch die Anti-Abtreibungs-Aktion "Mut und Hoffnung" gemacht werden. Das Motto: Keine schwangere Frau im Stich lassen, denn "Abtreibung geht uns alle an".

Selbstbestimmung sicherstellen

Eine Ansage, mit der die SJ nicht zurecht kommt: Die Fristenlösung und die darin implizierte Selbstbestimmung sei den AbreibungsgegnerInnen ein Dorn im Auge, so Vasold. Solange die fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen aktiv seien, solle auch sichergestellt sein, dass Frauen ohne den Psychoterror durch Plastik-Embronen und Beschimpfungen entsprechende Einrichtungen erreichen können. Eine umfassende Wegweise-Regelung sei dringend geboten. Auch die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs auf Krankenschein wäre an der Zeit, so Torsten Engelage, Vorsitzender der SJ: "Der Zugang zu einer Abtreibung darf nicht mit einer finanziellen Hürden belegt sein, wenn sich Frauen in einer solchen Notsituation befinden", betonte er abschließend. (red)

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