Russlands Präsident Putin weiter gegen Unabhängigkeit

27. Juli 2007, 15:15
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Staatschef pocht auf UNO-Resolution aus dem Jahr 1999 und lehnt Ahtisaari-Plan als Basis für Verhandlungen ab

Moskau - Russlands Präsident Wladimir Putin hat im Streit um den völkerrechtlichen Status des Kosovos Verhandlungen über eine direkte Unabhängigkeit der serbischen Provinz erneut abgelehnt. Die Resolution 1244 der Vereinten Nationen über die Zugehörigkeit des Kosovos zu Serbien habe weiter ihre Gültigkeit, sagte Putin am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.

Der Kremlchef äußerte sich mit Blick auf die erste Tagung der Kosovo-Kontaktgruppe (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien) an diesem Mittwoch in Wien. In der vergangenen Woche waren die Bemühungen der westlichen Länder um eine Unabhängigkeit des Kosovos im UNO-Sicherheitsrat gescheitert.

Russland warnt vor einer Souveränität des Kosovo, weil dies einen Präzedenzfall für Sezessionsbestrebungen anderer Konfliktregionen schaffen könne. Die EU-Außenminister hatten Russland am Montag aufgefordert, sich in der Kosovo-Frage zu bewegen.

Der im UNO-Sicherheitsrat gescheiterte Plan des Vermittlers Martti Ahtisaari sei keine Basis für neue Verhandlungen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Moskau. Dagegen sehen die USA und die EU in dem Vorschlag für eine Unabhängigkeit unter internationaler Aufsicht weiter die Verhandlungsgrundlage. "Wir sollten die Positionen aller Seiten studieren, besonders auch die der Serben", sagte Lawrow. Russland und Serbien verlangen, dass eine mögliche Entscheidung der Kontaktgruppe in jedem Fall vom UNO-Sicherheitsrat autorisiert wird, wo Moskau ein Vetorecht hat. (APA/dpa)

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