Fremde Pflanzen gefährden Vegetation

24. Juli 2007, 18:41
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Neophyten machen Politikern in Vorarlberg Sorgen - Folder "Gebietsfremde Pflanzen an Fließgewässern" präsentiert

Bregenz - Gleich drei Regierungsmitglieder, Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) an der Spitze, traten am Dienstag an, um beim wöchentlichen Regierungsfoyer einen Folder über "Gebietsfremde Pflanzen an Fließgewässern" zu präsentieren. Die starke Politikerpräsenz dürfte eher auf das politische Sommerloch zurückzuführen sein, als auf die Gefahr durch eingeschleppte Pflanzen. Denn von den 307 in Vorarlberg registrierten Neophytenarten sind nur 14 invasiv und weitere sieben "potenziell invasiv".

"Bodenräuber, Platzräuber, Wucherpflanzen", nennt sie Umwelt-Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP). Manche sind "Giftpflanzen für die Landwirtschaft", andere gefährden den Menschen, wie der Riesenbärenklau, der verätzend wirkt, oder die Ambrosie, die Allergien auslösen kann. Für den Naturschutz sind die fremden Pflanzen eine "besondere Herausforderung, weil sie in geschützte Lebensräume vordringen und die Vielfalt heimischer Pflanzen gefährden".

Gefährdung am und im Wasser

Besonders lästig sind einige der Pflanzenarten den Gewässerschützern. Denn, was für ahnungslose Spaziergänger nach hübscher Begrünung aussieht, wie der Japanknöterich, macht Ufer instabil und verändert die Schwemmstoffe im Wasser. Gänzlich im Wasser lebt die "Kanadische Wasserpest", die bestens gedeiht und dabei Laichkräuter und damit auch Tierarten verdrängt. Die Entfernung der Pflanzen ist mühsam und kostenintensiv. Landesrat Dieter Egger (FPÖ): "Richtige Gewässerpflege ist entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern."

Mit einem Folder rät man zum richtigen Umgang mit Neophyten: Regelmäßig mähen, das Mähgut nicht liegen lassen, sondern bei hoher Temperatur kompostieren. Die meisten Fremdpflanzen kamen im 18. und 19. Jahrhundert als Zierpflanzen, Bienenfutter und durch den Güterverkehr ins Land. (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 25. Juli 2007)

  • Der Riesenbärenklau kam als Zierpflanze aus dem Kaukasus.
    foto: der standard/m. grabher

    Der Riesenbärenklau kam als Zierpflanze aus dem Kaukasus.

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