Tausende bei Begräbnis des Ex-Königs

30. Juli 2007, 13:11
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Zahir Schah in königlichem Mausoleum beigesetzt - Britischer Außenminister Miliband unter den Trauergästen

Kabul - Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen haben Tausende Afghanen und Trauergäste aus dem Ausland am Dienstag Abschied von dem verstorbenen afghanischen Ex-König Mohammed Zahir Schah genommen. Der "Vater der Nation" wurde im Mausoleum der Königsfamilie auf einem Hügel über der Hauptstadt Kabul beigesetzt, neben seinem Vater und seiner Ehefrau. Der afghanische Präsident Hamid Karzai ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Landesweit hingen die Flaggen auf Halbmast. Alle Regierungsbehörden und die meisten Geschäfte blieben geschlossen. Auf den sonst so belebten Straßen der Hauptstadt war es ungewöhnlich ruhig.

Mausoleum

Die Beisetzungsfeierlichkeiten begannen im Präsidentenpalast, wo Karzai, der pakistanische Premierminister Shaukat Aziz und der britische Außenminister David Miliband sowie Mitglieder der afghanischen Königsfamilie dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen. Anschließend wurde der Leichnam in die Hauptmoschee von Kabul gebracht, in der Tausende Menschen die Zeremonie verfolgten. Unter 21 Salutschüssen wurde der Leichnam dann in das Mausoleum auf einem Hügel über der afghanischen Hauptstadt gebracht. Dort liegen bereits seine Frau Homaira, die 2002 starb, und sein Vater, König Nadir Schah.

"Monumentale Gestalt"

Repräsentanten aus der ganzen Welt würdigten Zahir Schah. UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon erklärte, die internationale Gemeinschaft sei ihm dankbar, dass er die Monarchie in Afghanistan zu Gunsten einer republikanischen Regierung aufgegeben habe. "Zahir Schah war eine monumentale Gestalt in der afghanischen Geschichte", erklärte US-Präsident George W. Bush. Russlands Präsident Wladimir Putin nannte Zahir Schah in einem Telegramm einen "begeisterten Befürworter" der Verbindungen zu Russland.

Der frühere Monarch war am Montag nach langer Krankheit im Alter von 92 Jahren gestorben. Er hatte das Land von 1933 bis 1973 regiert. Nach seinem Sturz blieb er im Exil in Rom und kehrte erst 2002 nach dem Ende der Herrschaft der radikalislamischen Taliban nach Afghanistan zurück. (APA)

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