Auf Stelzen gehen

Redaktion, 25. Juli 2007, 17:00
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    Chopine aus Samt mit aufwendiger Stickerei.

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    Trippen waren in erster Linie Schuhschoner, die außerhalb des Hauses getragen wurden.

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    Klompe, auch "Holländerschuh" genannt

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    Clogs, auch "Töffler" genannt.

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    Töffler-Modell aus den 1970er-Jahren

Oder unterm Pantoffel stehen - Patschen bieten nicht zwingend Komfort - Die Chopine beispielsweise, Stelzpantoffel des 14. Jahrhunderts, erreichten eine Stöckelhöhe von 50 Zentimetern

Der Ursprung der Pantoffeln liegt höchstwahrscheinlich im Orient. Die ältesten Belege stammen aus koptischen Gräbern des 4. Jahrhunderts. Im 15. Jahrhundert gelangten sie dann über Byzanz nach Italien ("pantofla"), Frankreich ("pantoufle") und das restliche Europa. Etymologisch bestehen verschiedene Ableitungen. Der deutsche Begriff "Schlappen", österreichisch "Schlapfen", der seit dem 18. Jahrhundert für den Hausschuh verwendet wird, kommt vom "lose sitzen". Die "Patschen" wiederum leiten sich vom frz. "babouches", pers. "papusch" (pa = Fuß, puschidan = anziehen) her.

Der italienische Zoccolo

Nachdem die ersten gefundenen Modelle aus Stoff und anderen weichen Materialien gefertigt worden sind, ging man im 16. Jahrhundert dazu über, Pantoffel aus Holz und / oder Kork herzustellen. Der italienische Holzpantoffel, "Zoccolo" genannt, war ein sogenannter Stelzpantoffel, dessen Sohle eine Höhe bis zu 40 Zentimetern erreichen konnte. Er wurde von vornehmen Venezianerinnen zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert getragen und war auch unter dem Namen "Calcagnini" (ital. "Ferschen") bekannt.

Die französische Chopine

Als Vorbild für "Zoccolo", "Chopine", "Clog" und "Trippe" diente vermutlich die aus dem arabischen Raum stammende "Kapkap" (auch Kabkab): eine Holzstelzsandale für die Frau, zumeist mit kostbaren Perlmutt- und Elfenbein-Verzierungen versehen. Die frz. "Chopine", ein bereits um 1300 in Spanien erwähnter Stelzpantoffel (span. "Chapine"), der von höfischen Frauen außerhalb des Hauses über dem eigentlichen Schuh getragen worden ist, wies einen extremen bis zu 50 Zentimeter hohen Stöckel auf, der aus mehreren Lagen Kork, einer separaten Sohle und einer breiten zu schnürenden Lasche bestand. Stöckel und Lasche waren mit Leder, Samt oder Seide überzogen. Für die verschiedenen Landesteile existierten unterschiedliche Trage-Regeln. Beispielsweise durften in Granada verheiratete Frauen nur schwarze Chopines, Mädchen jedoch bunte, tragen. Gehen ohne Stützung durch Begleiter und Zofen war mit ihnen unmöglich, beim Tanzen oder Niederknien (in der Kirche) mussten sie deshalb ausgezogen werden.

Clog, Klompe, Trippe

Clogs, vormals "Klotz-Überschuhe" zum Schutz vor Straßenschmutz, kamen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf und hatten bis Ende des 18. Jahrhunderts Eisenringe oder Holzklötze als Lauffläche. Seit den 1930er-Jahren werden die dicksohligen Holzpantoffel als Schuhwerk für Innen und Außen in allen möglichen Designs angeboten und feiern nach einer Hochzeit in den 70er-Jahren unter der Bezeichnung "Töffler" und aktuell wieder unter dem Namen "Crocs" ein modisches Revival.

Ähnlichkeit mit dem Clog hat auch die schon in der Bronzeit in Friesland und Finnland belegte "Klompe", ein Holzschuh mit dicker Sohle, der später auch im Winter mit warmen und einer Ledersohle versehenen Strümpfen getragen worden ist. Den gleichen Zweck erfüllte die Trippe (mniederl. trippen = laufen, gehen), die aus dem Orient von Kreuzrittern nach Europa gebracht worden und im 14. und 15. Jahrhundert vor allem vom Mann unter dem Schnabelschuh angelegt worden ist. Aus ihr hat sich übrigens die Galosche entwickelt.

Im 19. Jahrhundert ging die Bezeichnung Pantoffel auch auf den als Hausschuh verwendeten flachen und weichen Schlupfschuh über. Ob sich daraus die Redensart vom Mann, der "unter dem Pantoffel steht" ableitet, ist nicht gänzlich geklärt. Jedenfalls kam im 19. Jahrhundert die bürgerliche Kleinfamilie mit der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung - Hausfrau und Berufsmann - zur vollen Entfaltung, und das wäre ein Beleg. (dabu)

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