Ein langer Weg von Mexiko

26. Juli 2007, 10:59
15 Postings

Mikael Rasmussen verteidigte sich gegen Dopingvorwürfe - Postweg schuld an versäumten Meldungen seines Aufenthalts

Pau - Michael Rasmussen hat am Dienstag erneut alle Doping-Verdächtigungen zurückgewiesen. "Ich habe einen Fehler begangen. Aber das war ein Verwaltungsfehler, für den ich mich entschuldigt habe", sagte der Träger des Gelben Trikots am zweiten Ruhetag der Tour de France in Pau. Rasmussen war vom Radsport-Weltverband (UCI) und vom dänischen Verband (DCU) mehrfach verwarnt worden, weil er seinen Aufenthaltsort nicht fristgerecht mitgeteilt habe und so Doping-Kontrollen nicht möglich waren.

Postweg

Rasmussen war laut eigenen Angaben dreimal verwarnt worden - zweimal von der UCI und einmal von der DCU. Er bezweifelt die Rechtmäßigkeit der Verwarnungen und begründete seine verspäteten Meldungen unter anderem mit dem langen Postweg zwischen Mexiko, wo seine Familie lebt, und Dänemark. Die entsprechenden Briefe seien mitunter über eine Woche unterwegs gewesen.

Laut UCI-Regulativ reichen drei sogenannte "Missed Tests" für eine Sperre zwischen drei Monaten und zwei Jahren. UCI-Präsident Pat McQuaid sagte, im Moment könne man Rasmussen nicht belangen. "Er hat keine Regeln gebrochen, deshalb muss man im Zweifel für den Angeklagten sprechen", so der Ire. Die UCI war wegen des Handlings der Angelegeneheit zuletzt selbst in die Kritik geraten.

Tests am Ruhetag

Rasmussen musste sich in Pau ebenso wie der Gesamtzweite Alberto Contador aus Spanien und 38 weitere Fahrer der Teams Rabobank, Discovery Channel, Lampre, Caisse d'Epargne und Euskaltel einem unangekündigten Bluttest unterziehen. Rabobank-Teammanager Theo de Rooy seinem Kapitän den Rücken: "Wir zweifeln nicht an Michael. Er hat mehrere offizielle und auch interne Tests absolviert. Alle waren negativ." Vor der Tour habe es kein Anzeichen für Doping gegeben. Erst während der Tour hatte der dänische Verband die formalen Verfehlungen Rasmussens öffentlich gemacht und den Fahrer damit unter erheblichen Verdacht gestellt. Rasmussen, der Rabobank nicht über die Verwarnung informiert hatt, wurde mit einer internen Strafe von 10.000 Euro belegt.

Unterdessen kündigten sieben ProTour-Teams die Gründung einer "Bewegung für den glaubwürdigen Radsport" an. Sie will sich strikt an den Ethik-Code halten und die Transparenz der Mitglieder sicherstellen. Gerolsteiner und T-Mobile sind mit von der Partie. (APA/AFP/dpa/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Theo de Rooy sitzt vor und steht hinter Rasmussen. "Wir zweifeln nicht an Michael", sagte der Team-Manager von Rabobank.

Share if you care.