Schleimen

31. Juli 2007, 16:32
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Eine schlüpfrige Tätigkeit in vielen Variationen

"Schleim gehört zu den Substanzen, die auch ohne rationale Begründung bei den meisten Menschen Ekel hervorrufen", verrät uns die deutsche Ausgabe der Wikipedia. Es ist daher auch kein Wunder, dass das vom Schleim abgeleitete Verb "schleimen" eine gesellschaftlich meist eher scheel angesehene Tätigkeit bezeichnet, nämlich die, sich durch süßliche Unterwürfigkeit und peinliches Buckeln beliebt zu machen.

Dem Chronisten, der ja meist versucht, offenen Auges und offenen Ohrs durch die Welt zu gehen, ist aufgefallen, dass das "Schleimen" in sehr vielen unterschiedlichen, wohl aber bedeutungsgleichen sprachlichen Variationen existiert: Neben dem simplen "Schleimen" ist auch das "Einschleimen" im Umlauf, daneben gibt es das "Hineinschleimen", das "Anschleimen", das "Beschleimen" und das "Nachschleimen". Ein paar Beispiele aus dem Internet: "Du bist die Nummer Eins, reich und berühmt, alle beschleimen und hofieren dich". "Sehr viel einleuchtender für mich ist, dass der Vorsitzende der OST-KPD sich an Gysi und Lafontaine anschleimen will." "Es gibt Frauen, welche sich in geradezu männlich-widerlicher Manier an vermeintlich 'starke' Typen anhängen und ihnen nachschleimen." "Lieber wäre es ihm, wenn er sich in die ÖVP hineinschleimen könnte".

Ich hoffe, die Leser empfinden es nicht als Schleimerei, wenn ich Sie darum bitte, die eine oder andere sprachliche Assoziation zum Thema "Schleimen" beizusteuern oder ein paar schöne Synonyme für diese Tätigkeit zu verraten. Postings sind wie immer erbeten.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
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