Unterhändler: Verhandlungen um südkoreanische Geiseln "gut verlaufen"

25. Juli 2007, 13:00
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Abgeordneter Sedeqi hofft auf Lösung noch am Dienstag - Kabul warte auf Liste freizulassender Taliban

Seoul/Kabul - Bei der Geiselnahme von 23 Südkoreanern in Afghanistan hat sich am Dienstagnachmittag die Hoffnung auf eine friedliche Lösung verstärkt. Sprecher der Regierung und der Rebellen sagten, sie rechneten mit einer Verhandlungslösung. Laut dem afghanischen Unterhändler Khawaja Mohammad Sedeqi wartet Kabul derzeit auf eine Liste mit Namen der inhaftierten Taliban. Der Abgeordnete wollte jedoch nicht sagen, ob die Regierung zur Freilassung von Taliban-Gefangenen in Afghanistan im Tausch gegen die Freilassung der Geiseln bereit sei.

Die islamischen Extremisten hatten mit der Erschießung ihrer Geiseln gedroht, falls Südkorea nicht den Abzug seiner 200 Soldaten und die Freilassung 30 gefangener Taliban zusage. Ein Ultimatum der Geiselnehmer war erst auf Montag-, dann auf Dienstagnachmittag verlängert worden. Nun hat der afghanische Abgeordnete Sedeqi der deutschen Nachrichtenagentur dpa gesagt, die Verhandlungen mit den Taliban seien am Dienstag "gut verlaufen". Er hoffe, dass das Problem noch vor Ende des Tages gelöst werde. Sedeqi verhandelt in einer Gruppe von Unterhändlern mit den Rebellen über das Schicksal der Koreaner.

Auch Taliban-Sprecher Qari Yousuf Ahmadi betonte, dass die Verhandlungen gut verliefen. Nach seinen Angaben werden die Gespräche ausschließlich zwischen den Taliban und der südkoreanischen Regierung geführt. Die afghanische Regierung sei nicht beteiligt. Ahmadi äußert ebenfalls seine Hoffnung, dass das noch am selben Tag eine Einigung erzielt werden könne. Er deutete zugleich an, dass die Taliban bereit seien, der Regierung in Seoul mehr Zeit einzuräumen.

Die Taliban hatten am Vortag ihr Ultimatum zur Freilassung der Geiseln erneut um einen Tag verlängert. Die Koreaner, vorwiegend weibliche Angehörige der Saemmul-Kirche in Bundang, waren am Donnerstag in der südlichen Provinz Ghazni entführt worden. (APA/Reuters/dpa)

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