Paris warnt Kosovo-Albaner vor einseitiger Unabhängigkeitserklärung

27. Juli 2007, 15:15
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Außenminister Kouchner skeptisch zu deutschem Vorschlag, eine Troika soll die Verhandlungen überwachen

Brüssel - Der französische Außenminister Bernard Kouchner hat die Kosovo-Albaner vor einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung gewarnt. Ein solcher Schritt wäre keine Lösung, erklärte Kouchner am Montag beim EU-Außenministertreffen in Brüssel. "Das wird nicht reichen, um Legitimation oder genug Unterstützung sicherzustellen."

Der französische Außenminister räumte ein, dass sich die EU noch nicht auf einen Ausweg in der Kosovo-Frage geeinigt habe, nachdem die Verhandlungen im UNO-Sicherheitsrat am Freitag gescheitert waren. Man sei aber übereinkommen, dass es eine neue Gesprächsrunde zwischen Serben und Kosovo-Albanern geben solle, die rund 120 Tage - von Anfang August bis Ende November - dauern solle.

Skeptisch äußerte sich Kouchner allerdings zum Vorschlag des deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier, die Verhandlungen sollten unter Aufsicht einer Troika aus EU, Russland und den USA stattfinden. Auf keinen Fall dürfte in einer solchen Troika nur ein EU-Staat vertreten sein, sagte Kouchner, "falls wir überhaupt eine Troika akzeptieren". Die Alternative wäre, die gesamte Kosovo-Kontaktgruppe (deren Mitglied Frankreich gemeinsam mit Großbritannien, Deutschland, Italien, Russland und den USA ist) an den Beratungen zu beteiligen.

Steinmeier hatte erklärt, dass er es angesichts des "engen Zeitrahmens" für sinnvoller halte, "die Zahl derjenigen, die am Tisch sitzen, möglichst kleinzuhalten". Zudem müssten die neuen Verhandlungen weiter auf Grundlage der Vorschläge des UNO-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari ablaufen. "Wenn Russland und die USA beide gemeinsam mit am Tisch sitzen, besteht am ehesten die Möglichkeit, dass auch Serbien und der Kosovo sich in der notwendigen Art und Weise bewegen", begründete Steinmeier seinen Vorstoß. Er habe über diesen Vorschlag bereits mit der russischen Regierung gesprochen sowie mit US-Außenministerin Condoleezza Rice und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. (APA/AP/dpa)

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