Gerhard Berger sucht neue Piloten

31. Juli 2007, 12:43
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Scott Speed und Vitan­tonio Liuzzi treiben die Scuderia Toro Rosso mit Ausfällen und Ausreden zur Verzweiflung - Vet­tel auf der Wunschliste

Frankfurt am Main - Der Deutsche Sebastian Vettel könnte nach einem Bericht des Fachmagazins "auto, motor und sport" in knapp zwei Wochen in Mogyorod bei Budapest für den Formel-1-Rennstall Toro Rosso an den Start gehen. Der BMW-Sauber-Ersatzpilot würde bei einer Freigabe durch seinen Arbeitgeber den bisher enttäuschenden US-Amerikaner Scott Speed ersetzen.

Dafür müsste aber die Freigabe von BMW in den nächsten zwei Tagen erteilt werden. Dann könnte Vettel am Donnerstag noch einen Testtag für Toro Rosso in Mugello absolvieren. Toro Rosso-Mitbesitzer Gerhard Berger bestätigte gegenüber der Online-Ausgabe von "auto, motor und sport" (auto-motor-und-sport.de): "Vettel ist eine sinnvolle Alternative für uns, aber er braucht einen Test, bevor er bei uns ein Rennen fährt. Es würde keinen Sinn machen, ihn ins kalte Wasser zu werfen."

"Es kann ganz schnell, aber auch langsam gehen"

Laut dem 47-jährigen Tiroler ist der Fall Vettel im Augenblick völlig offen: "Es kann ganz schnell, aber auch langsam gehen." Wenn der Deutsche diese Woche nicht testen kann, wäre auch ein Start für Toro Rosso in Istanbul wohl unmöglich, denn nach dem Rennen in Ungarn gibt es eine vierwöchige Testpause.

Vettel hat bisher einen Grand Prix bestritten: Der Deutsche debütierte in Indianapolis für BMW-Sauber, weil der Pole Robert Kubica nach seinem Horror-Crash in Montreal keine Starterlaubnis erhalten hatte, und holte als Achter einen WM-Zähler. Damit avancierte Vettel im Alter von 19 Jahren, 11 Monaten und 14 Tagen zum bisher jüngsten Punktsammler der WM-Historie.

BMW zögert mit Vettel-Freigabe

BMW zögert mit der Freigabe noch, denn bevor man den 20-Jährigen zu Toro Rosso ziehen lässt, muss die Testfahrerfrage für nächstes Jahr geklärt sein. Vettels Landsmann Timo Glock wäre der Wunschkandidat, doch der aktuelle Spitzenreiter der GP2-Serie verhandelt derzeit noch mit Toyota und Williams über ein Engagement in der Königsklasse des Motorsports. Entscheidet sich Glock für den Testfahrerjob bei BMW, wäre für den Red-Bull-Junior Vettel der Weg frei zu einem Zweijahres-Vertrag bei Toro Rosso, berichtete "auto, motor und sport".

Mit der Verpflichtung von Vettel will die Scuderia Toro Rosso auf das jüngste Debakel im Chaos-Rennen auf dem Nürburgring reagieren. "Es waren extrem schwierige Bedingungen am Nürburgring. Da können Unfälle passieren. Wir hätten auch nichts gesagt, hätten unsere beiden Fahrer vorher nicht schon ihr Unfallkonto überzogen. Wir waren wieder mal das einzige Team, das beide Autos durch Unfälle verloren hat. Das ist unakzeptabel", betonte Berger gegenüber "auto, motor und sport".

Liuzzis Ausrede

Auch Liuzzis Platz wackelt. Der Italiener versuchte, seinen Crash an der Boxenausfahrt wie schon in Montreal auf ein technisches Gebrechen - einen angeblichen Servolenkungsausfall - zu schieben. Dazu sagte Berger: "Wir haben die Lenkung vermessen. Die war völlig in Ordnung. Tonio hat an der Boxenausfahrt den Tempomat losgelassen und stand voll auf dem Gas. Plötzlich setzte die Power ein, und das war für das viele Wasser zu schnell."

Am 31. Juli wird sich entscheiden, ob die Team-Besitzer Dietrich Mateschitz und Gerhard Berger die Option auf den 28-jährigen Franzosen Sebastien Bourdais einlösen. Der dreifache ChampCar-Meister ist der Wunschpilot von Berger.

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    Im Gleichschritt zurück an die Box: Vitantonio Liuzzi und Scott Speed haben in der Formel Eins wohl keine große Zukunft vor sich.

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