Italien: Bürgermeister startet Kampf gegen Straßenprostitution

25. Juli 2007, 00:09
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Schreibt persönlich Briefe an Kunden

Ein Bürgermeister in der norditalienischen Provinz Treviso hat einen persönlichen Kampf gegen die Straßenprostitution gestartet. Fiorenzo Berton, Arzt und Vorstand der kleinen Ortschaft Nervesa della Battaglia in der Nähe von Treviso, setzt die Straßenpolizei ein, um Autofahrer zu bestrafen, die mit Straßenmädchen verhandeln. Ertappten schickt er einen Strafzettel mit Begleitungsbrief nach Hause.

"Die Bewohner werden von dem Verkehr gestört, der von den vielen Kunden von Prostituierten und Transsexuellen verursacht wird. Ich bin sicher, dass sie versehentlich auf dieser Straße gehalten habe, tun Sie das nicht wieder. Sie müssen jedenfalls Strafe zahlen, da man dort nicht halten darf", schrieb der Bürgermeister. "Auf der Straße, auf der Sie gehalten haben, haben sich während des Ersten Weltkriegs dramatische Ereignisse abgespielt. Tausende von Jugendlichen sind gestorben, um unsere Freiheit und unsere Zukunft zu verteidigen. Es ist unannehmbar, dass in dieser Gegend obszönes Verhalten geduldet wird", lautet das Schreiben weiter.

Heiße Diskussionen

Seine Initiative sorgt für Diskussionen. Die Opposition warf Berton Populismus vor. Der Bürgermeister rechtfertigte sich gelassen. Er habe unter dem Druck vieler Frauen der Ortschaft gehandelt, die seit Jahren verlangen, dass die Prostituierten von den Straßen verschwinden sollen. (APA)

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