Indien: 30 Taschen mit Babyknochen entdeckt

24. Juli 2007, 11:07
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Lagen in einem ausgetrockneten Brunnen nahe einer Privatklinik

Bhubaneshwar - Die indische Polizei hat im östlichen Bundesstaat Orissa einen grausigen Fund gemacht: In einem ausgetrockneten Brunnen nahe einer Privatklinik entdeckten Ermittler 30 Plastiktüten mit Körperteilen neugeborener Babys sowie abgetriebenen Föten. Es handele sich wahrscheinlich um Mädchen, die kurz nach der Geburt getötet oder noch während der Schwangerschaft abgetrieben worden seien, erklärte Chefermittler B.K. Sharma am Montag.

Der Leiter der Klinik sei festgenommen worden. Die Polizei habe den Brunnen überprüft, nachdem in der vergangenen Woche sieben weibliche Föten in einem nahe gelegenen Dorf ebenfalls in Plastiktüten entdeckt worden seien.

Viele indische Eltern bevorzugen einen Sohn, weil sie in ihm eher einen späteren Brotverdiener sehen als in einer Tochter. Außerdem fürchten ärmere Familien oft eine hohe Mitgift, die sie bei der Heirat einer Tochter an die Angehörigen des Bräutigams zu zahlen haben. Die Regierung schätzt, dass in den vergangenen 20 Jahren etwa zehn Millionen Mädchen von ihren Eltern kurz nach der Geburt getötet oder noch davor abgetrieben wurden. (APA/Reuters)

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