CROX Index-Zertifikat: Ein aussichtsreiches Land wird investierbar

25. Juli 2007, 05:00
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Die Wiener Börse hat ihr Sortiment um einen Index erweitert. Kroatien wird nun über den CROX investierbar - von Christian Scheid

Die Wiener Börse hat sich mit ihrer Expertise für die osteuropäischen Aktienmärkte einen Namen gemacht. Mittlerweile berechnet der Indexwächter 17 Auswahlbarometer für die Region Ost- und Südosteuropa. Mit dem Croatian Traded Index (CROX) decken die Wiener seit Anfang Juni auch den kroatischen Kapitalmarkt ab. Der CROX ist neben dem ROTX (Rumänien), dem SRX (Serbien) und dem Mehrländer-Index SETX (Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Serbien, Slowenien) der vierte südosteuropäische Index der Börse.

Beim CROX handelt es sich wie auch bei den anderen Auswahlbarometern um einen kapitalisierungsgewichteten Index, der von der Wiener Börse in kroatischen Kuna (HRK), Euro und US-Dollar berechnet und veröffentlicht wird. Der CROX beinhaltet die sieben umsatzstärksten und am höchsten kapitalisierten Aktien, die an der Zagreber Börse gehandelt werden: INA – Industrija Nafte, Privredna Banka Zagreb, Ericsson Nikola Tesla, Adris Grupa, Podravka, Koncar Elektroindustrija und Dalekovod. Für die einzelnen Indexmitglieder ist ein Gewichtungslimit von 25 Prozent der gesamten Indexkapitalisierung vorgesehen. Als Startwert des CROX wurden 1.000 Indexpunkte per 3. Jänner 2005 festgelegt, aktuell liegt er bei 2.665 Punkten (in HRK), hätte also in gut zweieinhalb Jahren um knapp 167 Prozent zugelegt. Der CROX wird an den Handelstagen der Zagreber Börse berechnet, die Überprüfung der Berechnungsparameter erfolgt vierteljährlich, die Indexzusammensetzung wird halbjährlich im März und im September überprüft und gegebenenfalls angepasst. Weil der CROX als Preisindex ermittelt wird, fließen keine Dividenden in seine Berechnung mit ein. Als erste Emittentin hat nun die ÖVAG ein Partizipations-Zertifikat auf den CROX begeben (ISIN AT 000 B05 435 8). Das Open-End-Papier bildet die Entwicklung des Auswahlbarometers eins zu eins ab.

Aus Investment-Gesichtspunkten ist Kroatien durchaus eine Überlegung wert. Das Land hat zum einen gute Chancen, als nächster Staat in die Europäische Union aufgenommen zu werden. Der wirtschaftliche Aufholprozess ist in vollem Gange. So ist das Durchschnittswachstum von 4,3 Prozent, das Kroatien im letzen Jahrzehnt erzielte, eines der höchsten der Länder Mittel- und Osteuropas und liegt gleich nach jenem der Slowakei. Anleger sollten beachten, dass der kroatische Aktienmarkt noch kaum entwickelt ist. An solchen Börsen ist die Volatilität generell sehr hoch, und die Kursverluste können durchaus schmerzhaft sein, sollte es zu größeren Turbulenzen an den Weltbörsen kommen. Weil sich der CROX nur aus sieben Einzelaktien zusammensetzt, bestehen zudem erhebliche Klumpenrisiken.

ZJ-Fazit: Keine Frage: Kroatien zählt zu den interessantesten Anlageregionen in Europa, und der CROX erleichtert es ungemein, dort zu investieren. Mit der Wiener Börse als Indexwächter ist zudem eine hohe Transparenz gewährleistet. Doch wie für alle Zertifikate auf exotische Länderindizes gilt auch hier, dass das Risiko nicht zu unterschätzen ist – insbesondere weil der CROX nur sieben Aktien enthält. Für mutige Anleger ist das Index-Zertifikat dennoch eine Beimischung wert.

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