Deutschland Mid Cap Insider Index-Zertifikat: Wissen ist Macht

24. Juli 2007, 05:00
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Mit dem Deutschland Mid Cap Insider-Zertifikat der Commerzbank am Wissensvorsprung der Manager partizipieren - von Christian Scheid

Kaum jemand dürfte auf das Thema Insiderkäufe im MDAX derzeit so allergisch reagieren wie Joachim Hunold. Der Chef der deutschen Fluggesellschaft Air Berlin steht im Verdacht, vor der Übernahme der dba im August 2006 Insiderwissen genutzt und eigene Aktien gekauft zu haben. Danach zog der Kurs kräftig an. Hunold weist die Vorwürfe jedoch als unzutreffend zurück. Er habe Aktien gekauft, weil zu diesem Zeitpunkt die börsenrechtlich auferlegte Lockup-Periode zu Ende gegangen war und er ein positives Zeichen setzen wollte. Diese Aktienkäufe seien der Finanzaufsicht gemeldet und veröffentlicht worden. Egal, wie es endet, eines dürfte Anlegern in jedem Falle klar sein: Es kann sich auch bei kleineren Firmen auszahlen, den Transaktionen der Manager zu folgen. Auf dieses Prinzip setzt das zur Zeichnung aufliegende „Deutschland Mid Cap Insider Index“-Zertifikat der Commerzbank (ISIN DE 000 CB5 PME 8).

Das neue Papier spiegelt die Wertentwicklung des „Deutschland Mid Cap Insider Index“ wider, den die Emittentin selbst auflegte. In das Börsenbarometer können bei der Emission bis zu 15 gleichgewichtete MDAX-Titel einfließen. Einziges Kriterium für eine Aufnahme in den Index ist, dass die Aktie im vorangegangenen Quartal zu den Titeln mit den höchsten Insider-Kaufvolumina zählte. Überprüfung und Austausch der Aktien erfolgen nach der Markteinführung relativ häufig: Im Rahmen einer rollierenden Strategie werden monatlich die fünf Unternehmen mit den größten Insiderkäufen in den Index aufgenommen. Dafür scheiden die bereits am längsten im Kursbarometer enthaltenen Anteilsscheine aus. Die neuen Aktien gehen je zu einem Fünfzehntel in den Index ein, die Gleichgewichtung der übrigen Werte wird hergestellt. Dennoch kann es zu einem Klumpenrisiko kommen: Zählt eine Aktie mehrmals hintereinander zu den hinzukommenden Titeln, wird sie höher gewichtet – maximal mit drei Fünfzehnteln (20 Prozent). Im Extremfall kann es passieren, dass nur fünf Aktien im Korb vertreten sind. Wenn in einem Monat weniger als fünf Titel ausreichende Kaufvolumina aufweisen können, behalten sich die „Gelben“ das Recht vor, den jeweiligen Indexanteil als Barkomponente zu halten.

Den mit dem Zertifikat verbundenen Aufwand lässt sich die Emittentin fürstlich vergüten: Neben dem Agio von zwei Prozent berechnet die Commerzbank eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,8 Prozent. Hinzu kommt eine performanceabhängige Zahlung. Zehn Prozent der monatlichen Outperformance gegenüber dem MDAX werden einbehalten. Nachteil für den Anleger: Selbst bei fallenden Kursen kann diese Zahlung fällig werden. Immerhin werden die Dividenden, die im MDAX im Schnitt knapp zwei Prozent ausmachen, dem Zertifikat gutgeschrieben.

ZJ-Fazit: Ob sich der Erfolg von Insiderstrategien auch bei MDAX-Papieren auf Dauer bezahlt macht, muss das Zertifikat noch unter Beweis stellen: Die relativ hohen Gebühren erschweren jedenfalls eine Outperformance gegenüber dem Index, der mit einem 2008er-KGV von 17 zudem nicht mehr preiswert ist. Nur spekulative Anleger mischen den Titel ihrem Depot bei.

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