Regisseur Schlöndorff geschasst

23. Juli 2007, 12:15
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Produktionsfirma von "Die Päpstin" reagiert auf Kritik des Filmemachers an Vermarktungsmechanismen von Kinofilmen als TV-Mehrteilern mit Kündigung

München - In Reaktion auf die Kritik von Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") entzieht die Produktionsfirma Constantin Film dem Filmemacher die Regie für den geplanten Film "Die Päpstin". Schlöndorff hatte Vermarktungsmechanismen von Kinofilmen als TV-Mehrteiler kürzlich in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" als künstlerisch problematisch kritisiert. Constantin bestätigte am Montag die Kündigung. Das Projekt "Die Päpstin" solle dennoch realisiert werden.

Verwendung von Filmfördermitteln für Koproduktionen mit TV-Anstalten

In einem am Montag veröffentlichten Interview mit der "SZ" erklärt der Regisseur, ihm werde vorgeworfen, Constantin mit seinen Äußerungen Schaden zugefügt zu haben. Schlöndorff hatte auf die Tendenz hingewiesen, dass Kinoprojekte unter Ausnutzung von Filmfördermitteln in Koproduktion mit dem Fernsehen entstehen, im Kino laufen, dann zu TV-Mehrteilern umgearbeitet werden und als Director's Cut vermarktet werden.

Schlöndorff hat nach eigenen Angaben seit sieben Jahren an den Projektvorbereitungen für "Die Päpstin" solidarisch mitgewirkt. Weiters kritisierte der Filmemacher, die auf Werbeunterbrechungen hin konzipierte dramatische Gestaltung von TV-Filmen. (APA/dpa)

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