Nach Fund einer Bombenattrappe: Parlament wird aufgezeichnet

27. Juli 2007, 15:28
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Polizeiliche Ermittlungen zu der Rohrbombenattrappe haben noch keine greifbaren Ergebnisse gebracht

Wien - Nach dem Fund einer Rohrbombenattrappe vor dem Parlament in Wien soll nun eine Sicherheitslücke geschlossen werden: Rund um das Gebäude sind zwar Videokameras angebracht, diese zeichnen das Geschehen aber nicht auf. Die Sicherheitsbediensteten können das Geschehen deshalb nur "live" am Bildschirm verfolgen, Nichtbeobachtetes später aber nicht mehr nachvollziehen.

Diese Lücke ist bereits mehrfach im Parlament diskutiert worden, zuletzt im Februar, als beim Athenebrunnen vor dem Parlament ein Dreizack entwendet und bei einer Figur mehrere Finger abgebrochen wurden. Anfang Juli beschäftigte sich das Sicherheitskomitee des Parlaments mit der Frage, damals kam man erstmals überein, die Bilder aufzuzeichnen. Bereits am vergangenen Freitag, also einen Tag vor dem Fund der Bombenattrappe, sei der entsprechende Antrag von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer unterzeichnet und an die Datenschutzkommission im Bundeskanzleramt übermittelt worden.

Die polizeilichen Ermittlungen zu der Rohrbombenattrappe haben noch keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Entschärfungsdienst und Kriminaltechniker bemühen sich weiter, allfällige Fingerabdrücke und DNA-Spuren auf der Attrappe oder dem beigelegten Bekennerschreiben zu sichern. Außerdem wird untersucht, ob das Konstrukt funktionstüchtig gewesen wäre, wenn es Sprengstoff enthalten hätte. Ergebnisse der Untersuchungen der Fachleute seien vermutlich in einigen Tagen zu erwarten. Das Parlament wird zur Zeit verstärkt bewacht. (APA, red, DER STANDARD - Printausgabe, 24. Juli 2007)

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