GCC: Zentrale Linux-Komponente stellt auf GPLv3 um

22. Oktober 2007, 11:34
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Version 4.2.1 als letzte Release unter der alten Lizenz veröffentlicht - Situation für Linspire und Co. verschärft sich

Mit der Version 4.2.1 haben die EntwicklerInnen des Compiler-Projekts eine neue Version der GCC zum Download freigegeben. Dabei handelt es sich zwar "lediglich" um eine Bugfix-Release, zusätzliche Relevanz erhält die neue Version aber durch einen anderen Umstand: Sie soll die letzte unter der Version 2 der GNU General Public License stehende Ausgabe der Software sein.

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Alle künftigen Releases des Projekts werden hingegen unter der vor wenigen Wochen fertig gestellten GPLv3 veröffentlicht werden. Damit ist die GCC nach Samba die zweite große im Unix/Linux-Umfeld zum Einsatz kommende Komponente, die diesen Weg beschreitet.

Patentfragen

Welche Auswirkungen dies gerade im Linux-Umfeld haben wird, bleibt noch abzuwarten. So bietet vor allem das explizite Verbot von "diskriminierenden Patentabkommen" in der GPLv3 einen gewissen Sprengstoff für die Zukunft.

Abkommen

Immerhin haben eine Reihe von Linux-Distributoren in den letzten Monaten Patentabkommen mit Microsoft geschlossen, wer dies tut verliert allerdings das Recht GPLv3-Software weiterzuverbreiten.

Abspaltung

Betroffen davon wären primär Linspire und Xandros, diese müssten die entsprechenden Projekte vor dem Lizenzwechsel abspalten und selbst unter der GPLv2 weiterpflegen. Angesichts der zentralen Rolle, die die GCC einnimmt, ein wohl nur schwer vorstellbares Unterfangen.

Ausnahme

Die für seine Zusammenarbeit mit Microsoft in der Vergangenheit heftig kritisierte Novell bleibt davon jedoch unberührt. Das eigene Abkommen datiert vor dem in der GPLv3 festgesetzten Stichtag. (apo)

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