Sarkozy will Krise lösen

24. Juli 2007, 09:45
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Reise zu Gaddafi wegen inhaftierter Krankenschwestern

Tripolis/Paris/Sofia - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will sich nun auch vor Ort in die Affäre um die in Libyen inhaftierten bulgarischen Krankenschwestern einschalten. Er werde am Mittwoch in Libyen Staatschef Muammar el Gaddafi treffen, hieß es am Montag in der Hauptstadt Tripolis. Das Treffen der beiden Politiker solle am Abend in Syrte stattfinden, etwa 500 Kilometer östlich von Tripolis.

Bisher hatte der französische Staatschef in der Angelegenheit mehrmals mit Gaddafi telefoniert und seine Frau Cécilia nach Libyen entsandt, was in Frankreich und wohl auch in der EU-Kommission auf Verwunderung stieß.

Die Frau des französischen Staatschefs war am Sonntag erneut nach Libyen gereist, um die Freilassung der fünf Krankenschwestern und des palästinensischen Arztes zu erreichen, dieses Mal aber in Begleitung von EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner. Der frühere französische Europaminister Pierre Moscovici kritisierte das plötzliche Engagement der Sarkozys. Der Staatschef wolle die Früchte der langen Vermittlungsbemühungen der EU ernten.

Die Krankenschwestern und der palästinensische Arzt, der inzwischen auch Bulgare ist, waren in Libyen ursprünglich zum Tode verurteilt worden. Ihnen war vorgeworfen worden, 438 libysche Kinder absichtlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Der Oberste Justizrat hatte die Todesurteile vergangene Woche in lebenslange Haft umgewandelt. Damit können die fünf Krankenschwestern und der Arzt nun theoretisch nach Bulgarien ausgeliefert und damit aus libyscher Haft entlassen werden.

Der bulgarische Außenminister Iwajlo Kalfin erwartete am Montag einen baldigen Abschluss der Gespräche mit Libyen. "Dies würde den Weg für ihre Übergabe öffnen, sagte Kalfin am Rand des EU-Außenministertreffens in Brüssel. Die Krankenschwestern sind seit acht Jahren in Haft. (AFP, dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 24.7.2007)

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    EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner

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