Mehr Bier aus immer weniger Sudhäusern

22. Juli 2007, 19:33
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Rasche Konzentration der Großbrauereien - In China hat sich der Bierausstoß in den letzten eineinhalb Jahr­zehnten verfünffacht

Nürnberg - Bereits 73,6 Prozent des weltweit gebrauten Bieres kommt aus nur mehr 20 Brauereiunternehmen. Das geht aus dem in der Vorwoche erschienenen Barth-Report hervor, mit dem das weltgrößte Hopfenhandelshaus jährlich den Weltbiermarkt dokumentiert.

Die größte Bewegung ist wie schon in den vergangenen Jahren in China zu sehen: In rund eineinhalb Jahrzehnten hat sich dort der Bierausstoß verfünffacht, mit 351,5 Millionen Hektolitern hat die Volksrepublik die klassischen Biernationen USA und Deutschland weit abgehängt.

Dementsprechend finden sich unter den 20 größten Brauereiunternehmen der Welt heute vier chinesische (mit Minderheitsbeteiligung westlicher Konzerne) - außer Tsingtao sind alle auf Auslandsmärkten weit gehend unbekannt.

Inbev an der Spitze

An der Spitze der Weltrangliste großer Brauereien steht Inbev mit 13,1 Prozent Weltmarktanteil - 2003, bei der Formierung der Gruppe aus der belgischen Interbrew und der brasilianischen Ambev, waren es erst 11,2 Prozent gewesen.

Der in London gelistete, aber aus Südafrika geführte Konzern SAB-Miller auf dem zweiten Platz hat Anheuser-Busch klar abgehängt, auch wenn deren Markenfamilie "Budweiser /Bud/Bud Light" weiterhin weltweit die höchsten Verkaufszahlen hat.

Weitere Konsolidierung

Experten wie Germain Hansmaennel, der gleichzeitig mit Barth seinen Bericht über "Market Leaders and their Challengers" vorstellte, vermuten seit Längerem, dass hier noch weitere Konsolidierungsschritte folgen könnten - so würde das immer noch vor allem von der Familie Busch geführte Brauunternehmen in St. Louis mit dem ebenfalls als großes Familienunternehmen aufgestellten Heineken-Konzern gemeinsam die jahrelang gehaltene Weltspitze zurückgewinnen können.

Obwohl der Weltbiermarkt extrem rasch wächst (plus sechs Prozent), gibt es in den entwickelten Märkten der EU und der USA nur bescheidenes Wachstum bei anhaltenden Überkapazitäten. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.7.2007)

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    Der Weltbiermarkt wächst rasch.

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