Suchmaschine Ask.com verwischt Surfspuren und IP-Adressen

24. Oktober 2007, 09:57
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"Dass sogar Google jetzt beschlossen hat, den Speicherzeitraum bei Cookies von 30 auf zwei Jahre zu verkürzen, zeigt, wie wichtig das Thema Privatsphäre im Web geworden ist"

Die in den USA und Großbritannien etablierte Suchmaschine Ask.com hat angekündigt, eine anonymisierte Suchfunktion anbieten zu wollen. Mit dem Tool AskEraser können User ab Ende 2007 sicherstellen, dass ihre Suchergebnisse von der Suchmaschine nicht aufgezeichnet werden. Eine Zuordnung des Verlaufs zur IP-Adresse des Computers wird somit unmöglich. Ask.com ist die erste große Suchmaschine, die eine anonymisierte Surffunktion einführt. Standardmäßig verwenden Suchanbieter wie Google und Yahoo Cookies, die Userpräferenzen speichern und den Computer bei Anfragen im Netz ausweisen.

Browzar

"Dass sogar Google jetzt beschlossen hat, den Speicherzeitraum bei Cookies von 30 auf zwei Jahre zu verkürzen, zeigt, wie wichtig das Thema Privatsphäre im Web geworden ist", meint Ajaz Ahmed, Erfinder des Alternativbrowsers Browzar, im pressetext-Interview. Browzar erfreut sich seit seinem Start im September vergangenen Jahres großer Beliebtheit, da besuchte Seiten, Formulardaten und Cookies nicht im Cache gespeichert werden. Anfangs waren die Entwickler von IT-Experten noch kritisiert worden, da über Umwege dennoch Surfspuren auf dem Computer ausfindig gemacht werden konnten. "In der aktuellen Version haben wir daher noch einmal nachgebessert. Die versteckte Datei index.dat, die bei der ersten Version noch Aufschluss über den Verlauf gab, ist jetzt verschwunden", so Ahmed.

Idee

Dass Ahmed und seine Browser-Idee den Suchmaschinenbetreiber Ask.com inspiriert haben könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Immerhin ziert die Suchmaschine seit geraumer Zeit die Startseite des Minibrowsers und ist als erste Suchmaschinenwahl voreingestellt. "Angesichts der Dominanz von Google und anderer großer Mitbewerber, muss sich Ask.com über neue Funktionen und Features profilieren. Schließlich müssen die Leute einen guten Grund haben, damit sie von den etablierten Suchangeboten wechseln", ist der Browzar-Erfinder überzeugt.

Gegenüber pressetext kündigte Ahmed an, dass man bis Ende des Jahres lokalisierte Sprachversionen von Browzar anbieten wolle. Da sich der Minibrowser gerade im deutschsprachigen Raum großer Beliebtheit erfreut, wird es daher schon bald eine deutsche Sprachausgabe geben. Darüber hinaus wollen die Browzar-Entwickler neben dem bestehenden schwarzen und grauen noch weitere Skins in unterschiedlichen Farben anbieten. "Von vielen Usern wird eine blaue Ausgabe gewünscht, die Arbeitskollegen und Vorgesetzten im Büro vortäuscht, man surfe auf dem Internet Explorer. Das werden wir bald schon in die Tat umsetzen", so Ahmed zu weiteren Zukunftsplänen.(pte)

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