Kaschmir: Erneut Anschlag auf Hindu-Pilger

27. Juli 2007, 15:29
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15 Menschen verletzt - Als Täter werden muslimische Extremisten vermutet

Srinagar - 15 Hindus sind am Samstag während einer Pilgerreise im indischen Teil der Kaschmir-Region von einer Granate verletzt worden. Vermutlich hätten muslimische Extremisten den Sprengsatz in eine Versorgungsstation für Pilger in Pahalgam, 100 Kilometer südlich von der Sommerhauptstadt Srinagar, geschleudert, teilte die Polizei mit. Alle Verletzten seien außer Lebensgefahr. Es war die zweite Attacke dieser Art auf Pilger innerhalb von vier Tagen.

Granate auf Gemeinschaftsküche geschleudert

Die Hindu-Pilger, von denen die Mehrzahl Priester sind, waren auf dem Weg zu einer Eissäule hoch im Himalaya-Gebirge, die sie als Verkörperung des Gottes Shiva verehren. "Die Pilger hatten sich in einer Gemeinschaftsküche versammelt, um zu Mittag zu essen, als die Granate auf sie geschleudert wurde", sagte ein Polizeisprecher. Pahalgam ist ein beliebter Rastplatz bei Hindus, die auf dem Weg zu dem Heiligtum sind.

Tausende Sicherheitskräfte sichern Pilgerpfad

Die mächtigste Gruppe muslimischer Extremisten, Hisbul Mujahedeen, die gegen die indische Herrschaft in Kaschmir kämpft, hatte versprochen, die Pilger in diesem Jahr nicht anzugreifen. Am Dienstag starb aber bereits ein Geschäftsbesitzer bei einem Granatenangriff auf ein Pilgercamp in Baltal, 15 Menschen wurden verletzt. In Srinagar explodierten am Freitag vier Granaten, dabei wurde ein Mensch verletzt. Tausende Sicherheitskräfte sind entlang der Wanderwege stationiert, um die Pilger zu beschützen. Bereits 2000 und 2001 starben mehr als 40 Pilger bei Anschlägen von Extremisten. Im vergangenen Jahr wurde ein Pilger getötet und 25 verletzt.

Die seit 1947 zwischen Indien und Pakistan aufgeteilte Grenzregion Kaschmir ist ein Zankapfel der beiden Atommächte, die bereits zwei Kriege um das Gebiet im Himalaja führten. Radikalislamische Aufständische kämpfen für die Loslösung Kaschmirs von Indien. Dabei wurden seit 1989 nach amtlichen Angaben mehr als 42.000 Menschen getötet. Der Konflikt dauert ungeachtet des 2004 eingeleiteten Friedensprozesses an. (APA/AFP)

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