"Rohrbombe" vor Parlament: Noch keine Spur zu Urhebern

23. Juli 2007, 11:42
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Landesamt für Verfassungsschutz: "Optisch gut gemachte Attrappe" - Zwei Rohre in U-Form mit Kabeln und Drähten umwickelt

Wien - Die Polizei hatte am Sonntag nach wie vor keine Spur zu dem oder den Urhebern der Rohrbombenattrappe vor dem Wiener Parlament. Diese war am Samstag um 6.45 Uhr direkt auf den Stufen bei der Parlamentsrampe gefunden worden. Das Bekennerschreiben lasse keine politische Zuordnung zu, sagte die Sprecherin des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), Doris Edelbacher zur APA. Auch die beim Parlament angebrachten Videokameras hätten keine Hinweise gebracht.

Bei der Attrappe handelt es sich um zwei etwa 20 Zentimeter große Rohre in U-Form, die mit Kabeln und Drähten umwickelt waren. Daran angebracht waren zwei Batterieblöcke. Hinter der Vorrichtung, in der zwar kein Sprengstoff war, die aber laut Ermittlern durchaus zur Bombe umfunktioniert hätte werden können, wurde das zweiseitige Bekennerschreiben auf A4-Zetteln gefunden.

"Unzufriedenheit mit der derzeitigen Politik"

Der Inhalt dieses Schriftstückes, das laut Edelbacher auf einem Computer erstellt worden ist, bezieht sich auf die "Unzufriedenheit mit der derzeitigen Politik und Gesellschaft", wie es in einer Aussendung der Exekutive hieß. Insbesondere werde der Umgang mit den Themen Gerechtigkeit, Moral, Zukunftssicherung, Klima- und Umweltschutz sowie Erziehungsfragen kritisiert, so die Polizei weiter. Der oder die Urheber forderten in dem Schreiben eine offene Diskussion zu diesen Sachgebieten.

In dem Schreiben werde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass mit der Attrappe lediglich Aufmerksamkeit erregt werden sollte. Es sei nicht beabsichtigt, jemandem Schaden zuzufügen oder etwas zu zerstören.

Zusätzliche Kontrollen

Nach dem Fund einer Rohrbombenattrappe vor dem Hohen Haus an der Wiener Ringstraße wollte das Parlament vorerst keine Stellungnahme abgeben. Der Pressesprecher des Parlaments, Gottfried Marckhgott, verwies auf Anfrage der APA am Sonntag darauf, dass die Ermittlungen direkt im Innenministerium liefen. Seit dem Fund der Bombenattrappe gebe es jedenfalls zusätzliche Kontrollen rund um das Parlamentsgebäude.

Laut Marckhgott soll morgen, Montag, über Konsequenzen aus dem Vorfall beraten werden. "Vielleicht müssen wir das Sicherheitsnetz noch dichter machen", so der Parlamentssprecher. (APA)

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