Was macht Projektmanager erfolgreich?

25. Juli 2007, 13:07
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Werkzeuge beherrschen, Zusammenhänge verstehen, soziale Kompetenz besitzen

Projektmanagement (PM) hat in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem PM steigt, und es gibt so gut wie keine Branche mehr, die auf professionelles PM verzichten will bzw. kann. Denn oftmals wird in Ausschreibungen explizit die Abwicklung durch ProjektmanagerInnen mit international gültigem Zertifikat verlangt.

Die Ansprüche an ProjektmanagerInnen steigen aber ebenso stark wie die Nachfrage nach ihnen am Arbeitsmarkt. Der Grund: Die Projekte werden nicht nur umfangreicher, sie werden auch immer komplexer und unterschiedlicher. Früher konnten ProjektmanagerInnen allein durch exzellentes Beherrschen der technischen PM-Tools wie z. B. Planen der Leistungen, Termine, Ressourcen und Kosten, erfolgreich sein. Heute reicht das definitiv nicht mehr aus.

Neben den "hard skills" werden die "soft skills" immer bedeutender. "Contextual competences" aber vor allem "behavioural competences" sind die Erfolgsschlüsseln. Erfolgreiche ProjektmanagerInnen brauchen Verständnis für die organisatorischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge eines Projekts. Und müssen Führungsqualität und Motivationskraft besitzen, um gemeinsam mit dem Team ein Projekt entwerfen und realisieren zu können.

Für die international gültige Zertifizierung der International Project Management Association (IPMA) wurden insgesamt 15 Eigenschaften definiert, die kompetente ProjektmanagerInnen auszeichnen und die im Zuge der Zertifizierung evaluiert werden.

Neben Leadership u. a. Offenheit, Kreativität, Engagement, Wertschätzung, ethisches Verhalten, Zielorientierung und Verhandlungsgeschick. Eigenschaften, die man nicht einfach aus Skripten lernen kann. Aber PM-Kompetenz bedeutet eben nicht nur, korrekt Fakten zu reproduzieren, sondern auch Zusammenhänge und Menschen zu verstehen und mit ihnen umgehen zu können. Dazu braucht es:

  • eine profunde theoretische PM-Ausbildung,
  • viel Praxis in Projekten unterschiedlichster Größe und Art,
  • Reflexion der Erfahrungen und Erkenntnisse, die man aus der Projektarbeit gezogen hat,
  • Einholung von Feedback über das eigene Verhalten und die Erfüllung der Aufgaben im jeweiligen Projekt und
  •  Ausbau und Weiterentwicklung der "soft skills" durch Coaching und regelmäßige Trainings - z. B. um mit Druck, Stress und Konfliktsituationen besser umgehen zu können (Brigitte Schaden*, Der Standard, Printausgabe 20./21.7.2007)
*Brigitte Schaden ist Vorstandsvorsitzende Projekt Management Austria (PMA) und Vice President IPMA
PMA, IPMA
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