Nach Mord an Iraker: Keine Haftstrafe für US-Soldat

25. Juli 2007, 08:07
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Unehrenhafte Entlassung als Strafe

Washington - Ein wegen Mordes an einem irakischen Zivilisten verurteilter US-Soldat kommt um eine Haftstrafe herum. Als Strafe für den gemeinschaftlich begangenen Mord an dem elffachen Vater im Irak ordnete ein Militärgericht im kalifornischen Camp Pendleton am Freitag die unehrenhafte Entlassung des 25-jährigen Hauptgefreiten Trent Thomas an. Außerdem werde Thomas' Dienstgrad herabgestuft. Damit blieb die neunköpfige Militärjury weit hinter der Forderung des Anklägers zurück: Dieser hatte für Thomas 15 Jahre Haft gefordert.

Darüber hinaus sah die Jury die Strafe mit den 520 Tagen abgegolten, die Thomas (25) bereits in Untersuchungshaft verbracht hat, wie Militärsprecher Sean Gibson bestätigte. Ein Militärprozess gegen einen zweiten Angeklagten in dem Mordfall begann am Freitag, ein drittes Verfahren soll am Dienstag eröffnet werden. Fünf weitere Soldaten hatten vor Prozessbeginn durch Schuldeingeständnisse mildere Haftstrafen zwischen zwölf Monaten und acht Jahren ausgehandelt.

Vortäuschung

Den Amerikanern war vorgeworfen worden, im April 2006 den 54 Jahre alten gehbehinderten Hashem Ibrahim Awad in Hamdaniya aus seinem Haus gezerrt und erschossen zu haben. Dann legten sie der Anklage zufolge die Leiche zusammen mit einer Schaufel an den Straßenrand - um vorzutäuschen, es habe sich um einen Rebellen gehandelt, der gerade eine Straßenbombe legen wollte.

Im Prozess hatte die Verteidigung argumentiert, Thomas habe auf Anweisung eines Vorgesetzten gehandelt. Zudem sei sein Urteilsvermögen infolge von Gehirnschäden durch Bombenexplosionen eingeschränkt gewesen. (APA/AFP/dpa)

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