Porterhouse TSB

20. Juli 2007, 16:35
1 Posting

Brauerei: Porterhouse Brewing Company
Braumeister: Brendan Dobbin
Typ: Bitter
Alkohol: 3,7 % ABV

Diese Woche hatte ich in Dublin zu tun und wie immer ging ich ins Porterhouse, ein (ehemaliges) Brewpub, das sich inzwischen zu einer Kette mit drei Lokalen in Dublin, einem (dem ursprünglich von Liam La Hart und Oliver Hughes gegründeten Porterhouse Inn) in Bray und einem in London nahe dem Covent Garden ausgewachsen hat. Und das vor elf Jahren an der Temple Bar (genauer: in der Parliament Street) gegründete Lokal braut heute auch nicht mehr selbst - der Erfolg hat dazu geführt, dass die Porterhouse-Lokale ihre Brauaktivitäten in den Rosemount Business Park nordwestlich des Zentrums von Dublin ausgelagert hat. Das Bier, um das es hier geht, ist eigentlich nicht typisch für Irland, es knüpft vielmehr an eine englische Brautradition an - in den Porterhouse-Pubs wird es traditionell "cask-conditioned" vergoren und mit der so genannten Beer-Engine gepumpt. Erstmals gebraut wurde es vor sieben Jahren, als Porterhouse die Filiale in London eröffnete. Diese befindet sich in 21-22 Maiden Lane, einer Adresse, an der 1775 Joseph Mallord William Turner geboren wurde. Das T im Namen des Bieres steht für diesen Maler, der damit geehrt werden soll, das S für die neuseeländische Hopfensorte Sticklebract und das B steht für Bitter.

Es handelt sich um rötlich-bernsteinfarbenes Ale mit Hopfen-, Birnen- und leichten Schwefeltönen in der Nase, einem deutlichen Karamellgeschmack (es werden neben hellem Gerstenmalz auch Weizenmalz, Wiener Malz, Münchner Malz und Karamellmalz sowie etwas unvermälzte Gerste eingesetzt) und einer intensiven, den Hauch von Süße überlagernden Bittere.

Die Geschmacksintensität erinnert mehr an Biere wie das Extra Special Bitter von Fullers (das offenbar nicht ganz zufällig als ESB abgekürzt wird), das allerdings mit 5,9 Prozent deutlich stärker ist und de facto den Bierstil ESB etabliert hat. Hier also eine leichtere, aber geschmacklich durchaus spannende Variante. Schade, dass es solche Biere nicht in Österreich gibt. (Conrad Seidl, derStandard.at)

  • Die Porterhouse Temple Bar
    foto: conrad seidl

    Die Porterhouse Temple Bar

Share if you care.