USA: Dow und S&P in Rekordlaune

26. Juli 2007, 13:16
posten

Ein Kommentar von Ronald Stöferle aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US-Börsen setzen ihren Rekordlauf trotz einiger Turbulenzen fort. So konnte der Dow Jones erstmalig die Marke von 14.000 durchbrechen und bei 14.021 Punkten ein neues Allzeithoch markieren. Auch der S&P markierte bei 1.555 Zählern ein neues Rekordhoch.

Die gemeldeten Konjunkturdaten fielen durchwachsen aus. So meldete das Handelsministerium einen Rückgang der Einzelhandelsumsätze von 0,9 % für Juni. Dies ist der stärkste Rückgang seit August 2005. Auch die Frühindikatoren sowie der Philly-Fed- Index sanken deutlicher als erwartet. Notenbankchef Ben Bernanke gab sich in seiner Rede vor dem US-Kongress betont zurückhaltend. So warnte er erneut vor der Abkühlung am US-Immobilienmarkt sowie vor Inflationsgefahren. Im zweiten Halbjahr erwartet Bernanke eine Verlangsamung des Wachstums, in 2008 soll die Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnen. Vom Immobiliensektor kamen gemischte Signale. Während die Wohnbaubeginne positiv überraschten, war bei den erteilten Baugenehmigungen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Die Sorgen um zweitklassige Hypothekarkredite haben sich indes weiter verstärkt. So musste Bear Stearns den Kunden zweier Hedgefonds mitteilen, dass ihre Investments fast völlig wertlos sind.

General Electric legte Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Besonders im Infrastrukturund Finanzbereich konnte man dynamisch wachsen. Coca Cola konnte die Erwartungen des Marktes geringfügig übertreffen, ebenso Johnson & Johnson. Die Zahlen wurden vom Markt jedoch kaum honoriert. Pfizer musste aufgrund stark wachsender Generika- Konkurrenz einen Gewinneinbruch von USD 2,42 Mrd. auf 1,27 Mrd. bzw. 33 auf 18 Cents/ Aktie hinnehmen.

Im Technologiebereich konnte Chip-Hersteller Intel zwar ein robustes Umsatz- und Ergebniswachstum ausweisen, die Margenentwicklung enttäuschte jedoch. So konnte der Quartalsgewinn von 15 auf 22 Cents gesteigert werden, der Umsatz legte von USD 8,01 Mrd. auf 8,68 Mrd. zu. Anlegern missfiel die Gewinnmarge die mit 46,9 % am unteren Ende der Prognosen lag. Microsoft konnte Gewinn um 7 % und Umsätze um 13 % steigern. Damit lagen die Erlöse über den Analystenerwartungen, der Gewinn verfehlte die Prognosen. Insbesonders die rückläufigen Absatzzahlen der Xbox sowie massive Aufwendungen für Reparaturleistungen belasteten das Ergebnis. Obwohl Google Umsatz um 58 % und Gewinn um 28 % steigern konnte, zeigten sich Investoren angesichts der Kostenexplosion für Hardware und Personal enttäuscht.

IBM konnte die Prognosen klar übertreffen. So konnte "Big Blue" das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,8 % auf USD 2,3 Mrd. steigern, der Umsatz stieg um 8,6 % auf USD 23,8 Mrd. Insbesonders im Software- und Dienstleistungsbereich konnte man starkes Wachstum verzeichnen, das Hardware-Business blieb mit einem Umsatz von USD 5,1 Mrd. nahezu unverändert. Yahoo verbuchte den sechsten Gewinnrückgang in Folge, auch die Umsatzprognose für das Gesamtjahr musste deutlich gesenkt werden. Ebay meldete ein 50 %iges Gewinnplus im Vergleich zum Vorjahresquartal, Investoren zeigten sich jedoch über die Entwicklung besorgt. So wurden im Berichtszeitraum weitaus weniger Artikel auf den Auktionsseiten verkauft, der Großteil des Gewinnplus entfällt auf das Zahlungssystem Paypal.

In der nächsten Handelswoche erwarten wir Quartalszahlen von zahlreichen Schwergewichten wie Boeing, Apple, AT&T oder Chevron. Angesichts der bisher gelegten Zahlen dürften die Ergebnisse im Rahmen der (niedrig angesetzten) Erwartungen liegen, besonders positive Überraschungen dürften nicht zu erwarten sein.

Share if you care.