Belohnung für Kraftlackeln

    20. Juli 2007, 17:00
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    Die Route vom Hochkar zum Dürrenstein zählt zu den anstrengendsten Österreichs – belohnt wird der Wanderer auf der Schwarzalm

    Selbst in der Nähe so gut besuchter Ausflugsregionen wie dem niederösterreichischen Hochkar liegen einsame und überaus romantische Hochweiden, die nur selten von Wanderern aufgesucht werden. Dazu gehört die Wiesenalm über der Hochreith in den Göstlinger Alpen, die auf dem markierten Weg zur Schwarzalm liegt.

    Der teilweise sehr steile Anstieg im Mittelteil schreckt offensichtlich viele ab, aber Einsamkeit, eine traumhaft schöne Blumenwelt und eine idyllische Landschaft sorgen für viel Abwechslung. Es zahlt sich aus, durch die karstige Region „Im Kessel“ zur Schwarzalm weiterzuwandern und von dort den Ringkogel zu besteigen, der eine einmalige Rundsicht bietet, welche die Gesäuseberge, einen Teil des Toten Gebirges, die Ybbstaler und Abschnitte der Ennstaler Alpen sowie das Hochschwabgebiet umfasst. Überdies schaut man in die wilde Südflanke des Dürrensteins, wo es noch völlig vom Menschen unberührte Bereiche gibt.

    Ausnahmezustand

    Auch die bewirtschaftete Schwarzalm ist normalerweise wenig überlaufen, eine Ausnahme bildet dieses Wochenende, denn da wird eine Bergmesse mit anschließendem Almfest stattfinden. Über den Ringkogel führt auch die den Kraftlackeln und Konditionsstarken vorbehaltene Höhenroute vom Hochkar zum Dürrenstein, die zu den anstrengendsten Touren im östlichen Österreich gehört und daher nicht gerade die Massen anzieht.

    Im Zuge der Wanderung lässt sich das gleich am Anfang liegende Leckermoos umrunden, eines der schönsten Hochmoore Niederösterreichs mit sehr seltenen Pflanzen und Tieren; darunter der Perlmuttfalter, der bisher nur an vier Orten beobachtet werden konnte. Das Leckermoos, durch einen Moorlehrpfad erschlossen, steht nunmehr bereits seit 1984 unter Naturschutz. Die Tour ist lang und anstrengend, aber nicht gefährlich. Es ist darauf zu achten, dass man genügend Getränke mit hat. Auch gutes und stabiles Wetter ist Voraussetzung, denn die Tour lässt sich kaum verkürzen.

    Die Route: Von der Umfahrung Göstling an der Ybbs fährt man – den Wegweiser „Hochmoor“ folgend – über die Hochreith zum Parkplatz beim Leckermoos und folgt dann der roten Markierung, die auf einer Forststraße und später sehr steil auf einem schmalen Pfad zur Wiesenalm führt. Gehzeit 2½ Stunden. Man quert die Alm und steigt dann in einer weiteren Stunde durch den „Kessel“ auf einen Rücken und zur Schwarzalm auf. Eine halbe Stunde braucht man dann zum Gipfel des Ringkogels an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark.

    Der Rückweg erfolgt bis zum Leckermoos auf der Anstiegsroute, dort hält man sich links und umrundet das Hochmoor bis zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Ringkogel ungefähr drei Stunden. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/21./22.7.2007)

    Gesamtgehzeit 7 Stunden, Höhendifferenz rund 900 m. Schwarzalm einfach bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 71 (Ybbsitz) und 101 (Eisenerz); Freytag & Berndt WK 051 (Eisenwurzen, Steyr, Waidhofen an der Ybbs, Hochkar), Maßstab 1:50.000.

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    • In der Ybbs bei Waidhofen lässt es sich auch vortrefflich baden.
      foto: österreich werbung / kneidinger

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