Machbarkeit einer Mars-Begrünung getestet

21. Juli 2007, 18:00
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Forscher sehen Erwärmung und Bepflanzung des Roten Planeten als möglich an - Untersuchungen am Vulkan Citlaltépetl

Mexiko-Stadt - Die Vision, den kühlen und öden Planeten Mars eines Tages für Menschen bewohnbar machen zu können, treibt Forscher mexikanischer Universitäten und der US-Weltraumbehörde Nasa auf den Citlaltépetl, den höchsten Berg Mexikos. Sie glauben daran, dass sie - sollte der Rote Planet durch das Einbringen von Treibhausgasen erfolgreich erwärmt werden können - eine Atmosphäre schaffen können, welche sauerstoffatmende Lebensformen versorgen könnte.

Ein entscheidender Schritt wäre das Wachsen von Bäumen - und da kommt der ruhende Vulkan ins Spiel, denn auf seinen Hängen befindet sich die weltweit höchste Baumgrenze: Dort wachsen die Bäume noch auf 4.200 Meter bei fünf Grad Celsius. "Es klingt wie Science Fiction, aber wir glauben, es ist machbar", so Rafael Navarro-Gonzalez von der UNAM-Universität in Mexiko-Stadt, der die dortigen Pinienwälder neun Jahre lang untersucht hat.

Ethische Fragen

Die erste Mission von Menschen zum Mars wird in 10 bis 15 Jahren gesehen und der Aufwärmprozess könnte 50 Jahre später erfolgen, so NASA-Wissenschafter Chris McKay. Gase wie Methan oder Stickoxid sollten den Forschern zufolge für einen künstlichen Treibhauseffekt sorgen und die Temperatur von minus 55 Grad Celsius auf fünf Grad Celsius erhöhen - und damit die Temperaturbedingung für Baumwuchs schaffen. Zudem sollten Bakterien zur Photosynthese eingeführt und das Eis an den Polkappen zu Seen geschmolzen werden.

Bäume auf dem Roten Planeten würden Menschen die Möglichkeit eröffnen, eines Tages die marsianische Luft atmen zu können. "Bäume sind die Motoren der Biosphäre", erklärte McKay und fügte hinzu: "Es ist möglich, dass in 100 Jahren Bäume auf dem Mars wachsen. Zuerst aber müssen wir verstehen, was die Baumgrenze auf der Erde bedingt."

Zuvor werden jedoch ethische Fragen geklärt werden müssen. "Die Idee ist, die Möglichkeit zu untersuchen, den Mars zu kolonisieren. Falls dort Leben ist, haben wir aber kein Recht, es zu zerstören", so Navarro-Gonzalez. (red)

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    Ein Vulkan als Erforschungsgebiet für eine Mars-Begrünung ...

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