Armenien begrüßt bisherige Reformen

23. Juli 2007, 10:20
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Regierungsmitglieder halten sich bedeckt: Türkischer Wahlkampf über die Medien verfolgt

Eriwan - Armenische Regierungsmitglieder haben sich im Vorfeld der türkischen Parlamentswahlen - unter Hinweis auf innere Angelegenheiten - zurückhaltend geäußert. "Wir begrüßen die Reformen in der Türkei", sagte der für Europa-Fragen zuständige Vize-Außenminister Armen Baibourtian in der armenischen Hauptstadt Eriwan gegenüber der APA. Zum Reformprozess im Nachbarland meinte er im Zusammenhang mit den EU-Ambitionen Ankaras, es herrsche "großer Bedarf nach weiteren Reformen".

Die Politik Ankaras gegenüber Armenien im Beitrittsprozess und die Respektierung europäischer Werte durch die Türkei würden von Armenien genau verfolgt, so der Vizeminister. Die Politik der Republik Armenien sei auf das Ziel ausgerichtet, das eigene Land "möglichst europäisch" zu machen.

Bedeckt

Auch Baibourtians Amtskollege Vize-Außenminister Arman Kirakossian, in dessen Kompetenz die Nachbarstaaten Türkei und Iran fallen, hielt sich im Hinblick auf den bevorstehenden Urnengang bedeckt. "Wir verfolgen die Wahlen", meinte er. Auf Grund der Nicht-Existenz diplomatischer Beziehungen und daher des "Fehlens diplomatischer Beschreibungen" beobachte man den Wahlkampf über die Medien. Auf eine Frage nach dem "schwierigen" Nachbarn Türkei merkte der Vizeminister an: "Ein schwieriger Nachbar oder auch nicht - da wir ja gar keine Beziehungen haben."

Ankara unterhält mit der ehemaligen Sowjet-Republik keine diplomatischen Beziehungen, Eriwan hat deren Aufnahme immer wieder gefordert. Seit 1993 hält die Türkei auch die Landgrenze zu Armenien geschlossen. In den kriegerischen Auseinandersetzungen um das umstrittene ethnisch mehrheitlich armenische Gebiet Nagorny (Berg)-Karabach, das völkerrechtlich seit der Sowjet-Zeit zu Aserbaidschan gehört, Anfang der 90er Jahre hatte sich die Türkei auf die Seite Aserbaidschans gestellt. Berg-Karabach machte sich damals mit Hilfe der armenischen Armee selbständig und agiert seitdem als nicht anerkanntes "Staatswesen".(APA)

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