Nigeria plant neue Klage gegen Pfizer

25. Juli 2007, 00:09
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Wegen illegaler Arzneimitteltests an Kindern

Abuja - Nigeria will gegen den US-Pharmariesen Pfizer wegen illegaler Arzneimitteltests an Kindern eine neue Klage einreichen. Ein am 4. Juni angestrengtes Verfahren, dass von dem Konzern sieben Milliarden Dollar (rund 5,2 Milliarden Euro) Schadenersatz verlangt hatte, wurde am Freitag zurückgezogen.

"Wir haben die Aussetzung des Verfahrens beantragt", sagte Anwalt Babatunde Irukera der Nachrichtenagentur AFP in der Hauptstadt Abuja. Die neue Klage solle weitere wichtige Fakten enthalten. Nigeria wirft dem Pharmakonzern vor, er habe bei Tests des Antibiotikums Trovan Floxacin 1996 rund 200 Kinder schwer geschädigt oder getötet. Pfizer bestreitet die Vorwürfe.

Mehr Fakten

"Wir werden eine neue Klage einreichen." Diese werde eine bedeutende Zahl von Fakten zu den Vorgängen im nördlichen Bundesstaat Kano 1996 enthalten, sagte Irukera nach der Anhörung vor einem Gericht in Abuja.

In der ursprünglichen Klage von Anfang Juni hatte Nigeria dem Pharmariesen vorgeworfen, für die Testreihe in Kano nicht die erforderliche Genehmigung gehabt zu haben. Unter dem Deckmantel einer humanitären Hilfsaktion hätten die Kinder das Antibiotikum Trovan Floxacin gegen Meningitis und Masern bekommen. Die Kinder seien wie "Versuchskaninchen" behandelt worden. Der Bundesstaat Kano verklagte Pfizer bereits Mitte Mai auf 2,75 Milliarden Dollar, dieser Prozess wurde auf den 3. Oktober vertagt.

Trovan ist seit Februar 1998 auf dem Weltmarkt. Durch die missbräuchliche Einnahme des Mittels starben auch in den USA mehrere Menschen oder erlitten schwere Leberschäden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA beschränkte daraufhin die Verwendung des Mittels. In Nigeria starben den Behörden zufolge elf von 200 behandelten Kindern, viele weitere seien dauerhaft geschädigt worden. Pfizer bestritt die Anschuldigungen und erklärte, es habe sich ethisch verhalten. Die Eltern der Kinder seien informiert worden und hätten der Verabreichung des Medikaments in einem Vertrag zustimmen müssen. (APA/AFP)

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