Wo Essen gratis ist, sind die IQs hoch

22. Juli 2007, 12:04
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Googles Firmensitz auf unserem gesamten Planeten einzigartig - Arbeit im Schlaraffenland der IT

Dean Takahashi berichtete auf SiliconValley nun von seinem Besuch im Googleplex. Nach seiner Rückkehr war sich der Journalist sicher, dass Googles Firmensitz auf unserem gesamten blauen Planeten einzigartig ist.

Reisebegleiter des Mercury News Reporters spielte niemand geringeres als Susan Wojcicki, Vize-Präsidentin des Werbebereichs der Firma Google. Sie dürfte Ihnen aber wohl eher durch andere Schlagzeilen vertraut erscheinen. Etwa dadurch, dass der Suchmaschinenbetreiber seinen Anfang in ihrer Garage fand oder ihre Schwester vor kurzer Zeit den Google-Mitgründer Sergey Brin geheiratet hat.

Glückliche Arbeiter

"Alles im Googplex ist konzipiert um die Mitarbeiter bei guter Laune zu halten", so Takahashi. Neben Unmengen an Gratis-Angeboten wie einem Friseur oder sogar medizinische Vorsorge stellt sich natürlich die Frage, was denn Google tatsächlich damit bezwecken will. Entweder möchte man damit einfach nur erreichen, dass die fleißigen Abeiter etwas Unterhaltung am Arbeitsplatz bekommen oder aber es handelt sich dabei um unterschwellige Anstiftung zur Arbeitssucht.

Es ist ein Witz

Bei der Ankunft am außergewöhnlichen Gelände der Firma werden Sie von Bediensteten angewiesen an der Straße zu parken, die Kapazität an verfügbaren Parkplätzen sei auf Grund der hohen Besucherzahlen überlastet. Vermutlich sind die Helfer aber auch dafür da, zu kontrollieren wer auf das Gelände kommt. Es könnte ja sein, dass auch unbefugte ein Stück vom Gratis-Kuchen abhaben wollen.

Die Gegend in der der Marktführer liegt ist piekfein, trotzdem werden die Angestellten mit Gratis-Shuttlebussen aus San Francisco und anderen Lokalitäten an den Arbeitsplatz gefahren.

Das Hauptgebäude von Google trägt die Hausnummer 42, aber nicht etwa weil es dort 42 Gebäude gibt. Die Nummer wurde aus dem Roman "Per Anhalter durch die Galaxis" von Autor Douglas Adams gestohlen. Es ist die Antwort auf die Frage: "Was ist der Sinn des Lebens, des Universums und allem?"

Begonnen wurde die kleine Tour in Gebäude 43, einem Glashaus mit einer großen Treppe und Raumschiff-Replikat an der Decke. Ein riesiger Monitor zeigt immer wieder die aktuellen Suchanfragen von Benutzern weltweit, Bilder durften auf Grund von Verletzungen der Privatsphäre nicht gemacht werden. Ebenso werden von Google anzügliche Begriffe wie "porn" oder ähnliches von dem freistehenden Monitor nicht gezeigt. Die Idee die dahinter stecke wäre jene, dass dadurch die über 12.200 Angestellten daran erinnert werden was die Kunden interessiert.

Essen so weit das Auge reicht

Dann ging es mit dem Mann von Mercury News weiter zu "Charlie´s Cafe". Benannt nach dem ersten Firmenchef Charlie Ayers bildet die Cafeteria den Mittelpunkt des verfügbaren Essenangebots auf dem Campus. "Die Geschäftsidee dahinter ist Leute dazu zu bringen ihre Arbeit noch produktiver zu verrichten" Wie viel Google das große Angebot kostet wollte man nicht preisgeben.

Bei Google gibt es Stände für Sandwiches, Sushi, mexikanisches Essen, indische Küche und vieles mehr. Neue Mitarbeiter der Firma seien bekannt dafür im ersten Jahr an Gewicht zuzulegen, das meiste Essen sei jedoch gesund. Viele Produkte verfügen etwa über einen geringen Fettanteil und sind biologisch, so Wojcicki.

Solch ein Service kann man sonst kaum in dieser Gegend erwarten, Microsoft verteilt vergleichsweise lediglich Gratis-Getränke an seine Mitarbeiter.

"Ein Angebot das Du nicht ablehnen kannst"

Die Firma stellt aber auch viele weitere Produkte und Gerätschaften gratis zu Verfügung. Roller, Fahrräder und Regenschirme stehen etwa zur Bewegung zwischen den Gebäuden bereit. Das Google-Angebot für Mitarbeiter reicht allerdings noch viel weiter. Damit die Atmosphäre im Team stimmt gibt es auf dem Gelände ein Fitness-Center, Volleyball-Plätze, Massage-Räume, Ärzte und sogar eine Tagesstätte für Kinder - natürlich alles umsonst.

Wer möchte darf sogar sein Haustier mit an den Arbeitsplatz bringen, welche Kleidung man trägt ist sowieso egal, nur anhaben sollte man etwas.

Wie auf der Uni, nur besser

Wojcicki sagte, dass man die Arbeiterschaft nicht anketten müsse, so sei es viel einfacher einen geregelten Arbeitsalltag zu führen. Die Google-Gründer kämen von Hochschulen und wollten den Konzern wie eine Universität gestalten. Das heißt: Einfache Regeln, viel Eifer der jungen Denker und exklusive Vorteile um die Arbeiterschaft der Firma gegenüber loyal zu halten.

Wenn einem der Rummel zuviel wird gibt es ebenfalls Orte wo man hingehen kann. Experten stehen in einem abgeschotteten Bereich bereit um sich die Probleme von Mitarbeitern anzunehmen. Damit würde man gleichzeitig späteren Kosten für diese Dienste vorbeugen.

Die Chefin der Werbung erklärte, dass sie selbst ihren Nutzen aus den attraktiven Angeboten zieht. Unter anderem ginge sie regelmäßig ins Fitness-Studio welches mit geradezu Flachbildschirmen übersät ist. Weiter erläuterte sie, dass es auf dem Campus nicht genug Platz für einen großen Swimming Pool gäbe, deshalb müsse man auf "Endlos-Pools" zurückgreifen. Dabei wird eine künstliche Strömung im Wasser erzeugt gegen welche der Schwimmer ankämpfen muss.

Zu schön um wahr zu sein

Eine andere Form der Unterhaltung wird beispielsweise auch mit Vorlesungen von Berühmtheiten wie Diane von Furstenburg oder Bill und Hilary Clinton geboten.

Ersichtlich wurde durch den Besuch ebenfalls, dass man viel Wert auf ständiges Gehirn-Training legt, Leute mit niedrigem IQ würden es bei Google vermutlich schwer haben. Denkanstöße, Tipps und Rätsel gibt es zum Beispiel auf allen Toiletten.

Solarpaneele und eine eigene Wohltätigkeitsorganisation helfen dem Unternehmen dabei auch nach außen hin einen guten Eindruck zu machen.

Zusammen

Gegen Ende wurde der Unterschied zwischen Google und Microsoft noch einmal in einem ganz anderen Bereich ersichtlich. Während Bill Gates' Gründung über abgetrennte Arbeitsplätze und Privaträume für leitende Mitarbeiter verfügt, sitzen bei Google stets möglichst viele Leute zusammen. Tische werden durch niedrige Wände getrennt, selbst die Chefetage sitzt zusammen mit den normalen Angestellten in einem Raum. (red)

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