FBI-Trojaner: US-Behörde hüllt sich in Schweigen

29. Juli 2007, 15:17
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Diskussionen um umstrittenes "Carnivore"-Projekt wieder aufgebrochen - FBI weicht Fragen der Presse aus

Das FBI sieht sich in den USA wegen des Einsatzes eines Spyware-Trojaners - der WebStandard berichtete - einer heftigen Diskussion ausgesetzt. Laut US-Medien werden dabei Erinnerungen an die jahrelangen Streitereien rund um das umstrittene "Carnivore"-Programm wachgerufen.

Viele unbeantwortete Fragen

Das FBI hüllt sich zu den Vorwürfen in Schweigen und lässt so eine Vielzahl unbeantworteter Fragen im Raum stehen. Der Spyware-Trojaner des FBI dürfte sich, so die Medien, unbemerkt über das Internet auf den Rechner eines US-Schülers, der mehrere Bombendrohungen über die Kommunikationsplattform MySpace verschickt hatte, installiert haben.

Technische Fragen

Neben den rechtlichen und datenschutz-rechtlichen Bedenken und Fragen, geht es vor allem um die technische Machbarkeit. Wie konnte sich der Trojaner im System einschleusen? Das FBI selbst hat eine Anleitung für einen sicheren Umgang mit Computern ("How to protect your Computer") im Netz veröffentlicht, dieser dürfte wohl eher nicht sehr zielführend für die AnwenderInnen sein.

Die Frage nach Hintertüren

In den USA stellt sich nun die Frage, ob und welche Hintertüren das FBI genutzt hat und welche Anbieter mit der Bundesbehörde zusammenarbeiten oder zusammengearbeitet haben. Das FBI war bislang nicht bereit nähere Details bekanntzugeben und hüllt sich in Schweigen. Die Presse erfuhr keine wirklich relevanten Einzelheiten und Journalisten bekommen derzeit nur "No Comment" zuhören.

Kritik wächst

Die Kritik am Vorgehen des FBI wächst stetig an: viele befürchten die Installation eines umfassenden Netzwerks der Überwachung und die völlige Abkehr von der Privatsphäre "zum Wohle der Terrorbekämpfung". (red)

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